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Zimmermannswerkstatt auf dem Egerer Marktplatz

Zimmermannswerkstatt auf dem Egerer Marktplatz Festwoche für den ältesten Dachstuhl in Böhmen

Zimmermannswerkstatt auf dem Egerer Marktplatz

Festwoche für den ältesten Dachstuhl in Böhmen

 

Vor genau 700 Jahren war Richtfest für den Dachstuhl der Kirche „Mariä Verkündigung“ des Klosters der Franziskaner. Mit Hilfe der Dendrochronologie war es möglich, dieses Alter genau festzustellen. Ein Modell des ältesten Dachstuhls in Böhmen, gefertigt von dem Zimmerermeister Josef Hauer aus Parkstein, kann die Arbeit der Zimmerleute veranschaulichen, die ohne die Hilfe von Computern planten und ohne die Hilfe von Maschinen arbeiteten.

Zur Feier dieses „runden“ Geburtstages haben die Stadt Cheb und der Stiftungsfonds Historisches Cheb eine Festwoche – von Montag, 2. 9. bis Samstag, 7. 9. 2019 – vorbereitet.

Am 2. September wird um 14 Uhr auf dem Marktplatz eine Zimmermannswerkstatt mit einem Festakt eröffnet, zu dem neben den Politikern der Stadt Cheb und der Partnerstadt Hof auch Vertreter der Euregio Egrensis und des Bezirks Karlovy Vary erwartet werden.

Im Lauf der Woche sind Schulen, interessierte Laien und auch Experten aus Tschechien und Deutschland eingeladen, die historische Arbeit der mittelalterlichen Zimmerleute zu beobachten, Fragen zu stellen und schriftliches Informationsmaterial zu erhalten. Verschiedene Tätigkeiten können die Besucher selbst ausprobieren, z. B., mit welchen Hilfsmitteln das Hochziehen der schweren Balken, nur mit Muskelkraft, möglich war.

Themen der Woche sind u. a. die mittelalterlichen Längenmaße: Die Egerer Elle maß 0,6585 Meter. Wie wurden die Planzeichnungen erstellt und wie wurden diese Skizzen im Maßstab 1 : 1 auf das Podest übertragen?

Viel Erfahrung brauchte man bei der Auswahl und dem Transport der Baumstämme.

Dann wird die Bearbeitung des Holzes mit historischen Werkzeugen gezeigt: verschiedene Arten von Beilen und Sägen, Meißel, Schlägel, Schälmesser, Klammer, Richtschnur und Zimmerböcke.

Die Zimmererverbindungen waren der Fisch- oder Schwalbenschwanz, die Verzapfung, die Verblattung oder der Gebrauch von Holznägeln.

Danach folgt das Zusammenstellen der Balken zum Bau einer stabilen Konstruktion. Das Heben und Aufrichten des Dachstuhls erfolgte mit Hilfe von Winde und Kran, mit Muskelkraft bewegte Holzmaschinen. Mit dem Fixieren und Stabilisieren des aufgerichteten Dachstuhls wird die Arbeit beendet.

Die Festwoche endet am 7. September, nach Abschluss aller Arbeiten, mit einem traditionellen Richtfest.

 

Günther Juba

Foto:

Modelle von Josef Hauer, in der Mitte der Dachstuhl der Franziskanerkirche

Verantwortlich: Tourist-Information
Entstanden / aktualisiert: 30.8.2019 / 30.8.2019
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