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Geschichte der Stadt Cheb

„Wir, Heinrich, durch Gottes Gnaden König, tun hiermit gegenüber jedermann kund, unserem Diener namens Otnant einen Teil des Waldes am nach Eger führenden Wege zu eigen gemacht zu haben.“

Aus der Urkunde des Kaisers Heinrich IV. vom 13. Februar 1061.

Im Mittelalter gehörte die Stadt Cheb zu den sehr reichen und bedeutenden Städten. Kehren wir für eine Weile in ihre ruhmreiche und bewegte Geschichte zurück.

Das historische Cheb 

In seiner bewegten Geschichte spielte Cheb stets eine wichtige Rolle. Die Stadt war ein Ort der Begegnung der Menschen und Kulturen in böhmisch-deutschen Grenzland. Als Adelsbesitzung erlangte die bereits bestehende Burg im Jahre 1167 Kaiser Friedrich Barbarossa, der sie zu einer Kaiserpfalz ausbauen ließ. Diese ist mit dem erhaltenen Schwarzen Turm, den Resten des romanischen Hauptgebäudes, dem sog. Burgpalas, und der in Böhmen einzigartigen romanisch-gotischen Doppelkapelle bis heute ein Anziehungspunkt für tausende Besucher.

Die Stadt wurde durch König Johann von Luxemburg (1296-1346) den Ländern der Böhmischen Krone angegliedert. Von der ausschließlichen Stellung der Stadt Cheb zu jener Zeit zeugt auch das Recht, eigene Münzen zu prägen.  Hier spielten sich grundsätzliche politische Verhandlungen und Ereignisse ab, die Einfluss auf das Leben ganz Europas hatten. 

Im Gedächtnis prägte sich wohl am meisten die Ermordung des Herzogs Albrecht von Wallenstein am 25. 2. 1634 ein.

Bedeutende historische Denkmäler

Aus der Zeit der Gotik können Sie die Kirche St. Nikolaus, das Franziskanerkloster, das Egerer Stöckl (Špalíček) oder das Schirdinger-Haus bewundern. Von den barocken Denkmälern ferner die Kirche St. Klara, das neue Rathaus, das Museum, den Brunnen oder das Portal der Kirche des hl.  Wenzel. Ebenso werden Sie auch von den neuzeitlichen Denkmälern beeindruckt sein, wozu das Theater, die Bibliothek, das Gerichtsgebäude oder der Bahnhof gehört. 

Cheb, eine Stadt bedeutender Persönlichkeiten

Friedrich Barbarossa (1122-1190). Dieser deutsche Kaiser aus dem Geschlecht der Staufer erwarb das Egerland (Chebsko) im Jahre 1167 und ließ hier eine repräsentative Kaiserpfalz errichten. Cheb wurde zu jener Zeit zu einem bedeutenden Verwaltungszentrum und war zugleich ein Zentrum des politischen Geschehens.

Přemysl Ottokar II. (1232?-1278), böhmischer König aus dem Geschlecht der Přemysliden. Im Jahre 1266 nutzte er seine Stellung als Verwalter der Reichsgüter, indem er das Egerland (Chebsko) seinen Ländern anschloss. Obwohl seine Herrschaft im Egerland lediglich zehn Jahre dauerte, stellte sie den Beginn der Bestrebungen um eine dauerhafte Beherrschung dieses Gebietes und somit um die Sicherung der westlichen Grenze des Königreichs Böhmen dar.

Wenzel II. (Václav II.) (1271-1305), der böhmische König, Sohn des Přemysl Ottokar II., erwarb das Egerland im Jahre 1291 und besaß es bis zum Jahre 1304. Aus seiner Position des Herrschers bestätigte auch er der Stadt Eger ihre bis dahin erlangten Privilegien und Freiheiten.

Johann von Luxemburg (1296-1346), König und Diplomat auf dem böhmischen Thron. Das Egerland erwarb er im Jahre 1322 als dauerhaftes Pfand von Ludwig IV. (bekannt als Ludwig der Bayer (1282?– 1347) für die Unterstützung im Kampf um den kaiserlichen Thron. Eine königliche Urkunde vom 23. Oktober 1322 bildete die Grundlage der Sonderstellung des Egerlandes im Rahmen der Länder der Böhmischen Krone und regelte für die weiteren Jahre sein Verhältnis zu Böhmen.

Georg von Podiebrad (Jiří z Poděbrad) (1420-1471) Die Zeit der Herrschaft Georgs von Podiebrad brachte eine der interessantesten Gestalten des Egerlandes hervor. Das loyale und freundschaftliche Verhältnis der Egerer und des böhmischen Königs machte die Stadt Eger zu einer Stadt fürstlicher Versammlungen (Hoftage), diplomatischer Verhandlungen sowie von Verlobungen und Vermählungen, die unter dem königlichen Wappen stattfanden. Zwischen den Jahren 1459-1467 besuchte König Georg von Podiebrad Eger insgesamt vier Mal. Er war der letzte Herrscher, der auf der Burg Eger nächtigte.

Albrecht von Wallenstein (1583-1634), Generalissimus der Habsburger kaiserlichen Truppen, herausragende Gestalt des Dreißigjährigen Krieges. In Eger weilte er im Verlaufe seiner militärischen Karriere insgesamt fünf Mal, erstmals im Jahre 1625. Wallensteins erste Gemahlin Lukretia entstammte dem mährischen Zweig des ursprünglich Egerer Geschlechts der Neksch von Landek. Sein letzter Besuch der Stadt wurde ihm zum Verhängnis. Am 25. 2. 1634 wurden hier Wallenstein und seine ihm treuen Offiziere ermordet.

Johann Balthasar Neumann (1687-1753), der bedeutende Barockbaumeister und Architekt wurde in Eger am 27. Januar 1687 geboren. Sein Name ist mit kirchlichen und weltlichen Bauwerken vor allem in den deutschen Ländern verbunden. Nach einem Großbrand der Stadt im Jahre 1742 wurde nach seinem Entwurf auf einen der Türme der Kirche St. Nikolaus eine doppelte Barockkuppel aufgesetzt. Sie wurde bei einem Brand im Jahre 1809 zerstört.

Friedrich Schiller (1759-1805), bedeutender deutscher Dichter und Dramatiker. Dank seiner Trilogie Wallenstein ging Cheb in die Geschichte der europäischen und Weltliteratur ein. Die Stadt besuchte er im Jahre 1791.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichter, Naturwissenschaftler und Geheimrat. Häufiger Besucher der westböhmischen Kurorte und der Stadt Cheb. Mittels seines Freundes, des Egerer Magistratsrates Grüner, machte er sich mit dem letzten Scharfrichter der Stadt Eger, Karl Huß (auch Huss), bekannt. Direkt nach Eger reiste er in den Jahren 1820-1823, wo er stets im Gasthaus U Zlatého slunce (Zur Goldenen Sonne) wohnte.

Rudolf Serkin (1903-1991), weltweit bedeutender Pianist und Pädagoge. Genialer Interpret des Repertoires Beethovens.  Er wurde in Eger am 28. 3. 1903 geboren. Das Klavierspiel studierte er in Wien, er lebte in Deutschland, in der Schweiz und ab dem Jahre 1939 bis zu seinem Tode am 8. 5. 1991 in den Vereinigten Staaten von Amerika.

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