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Redwitz, einst im Besitz der Stadt Eger

In der oberen Hälfte des Stadtwappens von Marktredwitz befindet sich der Adler, Wappentier des römisch-deutschen Herrschers, was nur bei ehemals freien Reichsstädten üblich ist. Hier aber erinnert der Adler an die historische Verbindung mit der Stadt Eger.

Der Markt Redwitz wurde im Jahr 1339 von Kaiser Ludwig dem Bayern an das Kloster Waldsassen verschenkt. Ein Jahr später verkaufte der Abt den neuen Besitz an die freie Reichsstadt Eger, weil er das Geld brauchte. Waldsassen hatte immer wieder unter Kriegen und Plünderungen zu leiden. Ludwig der Bayer nahm deshalb (1354) das Kloster in seinen Schutz und bestätigte auch seine Reichsunmittelbarkeit.

Im Jahr 1384 erhalten die Redwitzer eine Magistratsverfassung nach dem Egerer Vorbild und weitgehende Selbstverwaltungsrechte.

Die Stadt Eger war aber von Ludwig dem Bayern (bereits1322) an Johann von Luxemburg, König von Böhmen verpfändet worden. Da die späteren deutsche Kaiser aus dem Hause Habsburg zugleich Könige von Böhmen waren, musste die Stadt im 18. Jahrhundert endgültig auf alle reichsstädtischen Privilegien verzichten. Der Egerer Landtag, der das Egerland bei den Verhandlungen mit dem böhmischen König vertrat, wurde 1721 zum letzten Mal einberufen. Im Jahr 1723 wurde Eger zur „königlichen Stadt“ ernannt – und so in das System der böhmischen Kreisverwaltung eingegliedert. Nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, im Jahr 1806, wurde Eger dem Territorium der Habsburger Monarchie zugewiesen.

Der Markt Redwitz, österreichische Enklave im Brandenburgisch-Bayreuthischen Umland, wurde 1816 in einem Folgevertrag des Wiener Kongresses gegen Vils bei Reutte in Tirol eingetauscht – und gehört seitdem zu Bayern.

1907 wurde Redwitz zur Stadt erhoben und der über Jahrhunderte hinweg geführte „Markt“-Titel Bestandteil des Ortsnamens. Vils ist heute Partnerstadt von Marktredwitz.

Die Theresienkirche erinnert an die Zugehörigkeit zu Österreich.

1560 war Marktredwitz – wie Eger – zur evangelischen Konfession gewechselt. Als aber die Reichsstadt 1627 unter dem Druck der Gegenreformation zum Katholizismus zurückkehrte, blieb Redwitz protestantisch, denn es lag im evangelischen, markgräflichen Umland.

Im Jahre 1763 wurde hier eine österreichische Garnison stationiert. Den katholischen Soldaten und deren Familien stiftete Maria Theresia die Theresienkirche – benannt nach Teresa von Avila, der Namenspatronin der Herrscherin. Dieser Rokokobau gehört zu den besonderen Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Maria Theresia stiftete der Kirche ein Messgewand, das aus ihrem Brautkleid gefertigt und von der Kaiserin eigenhändig mit bestickt worden sein soll. Das Messgewand ist heute im Egerland-Museum zu sehen.

Günther Juba

Fotos:

Das Stadtwappen symbolisiert die historische Verbindung mit Eger

Die Theresienkirche erinnert an die Zugehörigkeit zu Österreich

 

Verantwortlich: Tourist-Information
Entstanden / aktualisiert: 4.2.2020 / 4.2.2020

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