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Monstranz zu verkaufen

Monstranz zu verkaufen Einzigartiges spätgotisches Kunstwerk soll aber in Eger bleiben

Monstranz zu verkaufen

Einzigartiges spätgotisches Kunstwerk soll aber in Eger bleiben

 

Im Rathaus von Cheb/Eger war die Entrüstung zunächst groß, als bekannt wurde, dass Petr Hruška, Pfarrer der Nikolauskirche, die spätgotische Monstranz, wahrscheinlich das letzte verbliebene Kunstwerk des mittelalterlichen Kirchenschatzes, zum Verkauf angeboten hat.

Das Prämonstratenserkloster Strahov in Prag soll dafür 3 Millionen Kronen geboten haben und auch an eine Wiederverwendung im liturgischen Dienst denken.

Die Stadtväter sind verärgert, weil „… wir uns von dem Verhalten des Pfarrers übergangen fühlen“, so Vizebürgermeister Michal Pospíšil. Sie wollen unbedingt erreichen, dass dieses einzigartige Denkmal keinesfalls die Stadt verlässt. Als Preis für einen möglichen Ankauf der Monstranz wird der Betrag von 2,3 Millionen Kronen genannt. Das letzte Wort … wird der Stadtrat haben“, betont Pospíšil.

 

Der Erste Bürgermeister, Zdeněk Hrkal, ist bereits optimistisch, dass die Verhandlungen mit dem Pfarrer erfolgreich sein werden und er überlegt schon, wo die Monstranz aufgestellt werden soll: „Es bietet sich an die Möglichkeit einer Ausstellung in der St.-Klara-Kirche, wo bereits ein Sicherheitssystem installiert ist, das sofort die Polizei und die Feuerwehr alarmieren würde. Oder wir erwägen auch eine Aufstellung in der Burgkapelle. Sicherlich könnten wir die Monstranz schon zu Beginn der touristischen Saison der Öffentlichkeit vorstellen.“

 

Die St.-Nikolauskirche braucht ein neues Dach

 

Nachdem die Stadt ihr großes Interesse an der Monstranz bekundete, hat Pfarrer Petr Hruška die Frage nach dem Verkauf vorerst zurückgestellt. Er erklärte jetzt zu dem beabsichtigten Verkauf: „Wir wollen alles dafür tun, dass die Monstranz in Eger bleiben kann, wo sie historisch und liturgisch hingehört und wo die Ausstellung eine große Öffentlichkeit erreichen könnte. Wir erwägen bereits jetzt, sie ausschließlich an Cheb zu verkaufen.“

Man kann Pfarrer Hruška erst verstehen, wenn man weiß, wozu die Pfarrei das Geld braucht: Das Dach der St.-Nikolauskirche muss dringend neu gedeckt werden. Die Kosten dafür übersteigen die finanziellen Möglichkeiten der Pfarrei aber bei weitem.  

 

Einzigartiges Kunstwerk, von großer geschichtlicher Bedeutung für die Stadt

 

Diese wertvolle Monstranz wurde im 15. Jahrhundert eigens für die St.-Nikolauskirche in Eger angefertigt. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist sie das Werk eines Egerer Goldschmiedes. Sie könnte aber möglicherweise auch von einem Meister in Nürnberg geschaffen worden sein.

Die Monstranz ist 1,09 Meter hoch und das vergoldete Silber wiegt 7,2 Kilogramm.

Am Fuße ist das Kunstwerk mit goldenen Medaillons geschmückt, auf denen das Wappen der Stadt Eger, außerdem auch der Reichsadler, das Wappen des Königreichs Böhmen und das Kreuz des Deutschherrenordens abgebildet sind.

Die Markierung mit einer Punze aus dem Jahre 1809 erinnert daran, dass nach dem verlorenen Krieg gegen Napoleon die Monstranz vom Staat beschlagnahmt wurde, um sie zur „Liquidation“ einzuschmelzen. Die Egerer Bürger veranstalteten damals in aller Eile eine Spendenaktion, und es gelang, die Monstranz noch rechtzeitig loszukaufen.

 

Günther Juba

Fotos (Město Cheb):

Die spätgotische Monstranz wird momentan im Egerer Museum aufbewahrt.

Das Egerer Stadtwappen am Fuße der Monstranz

Verantwortlich: Tourist-Information
Entstanden / aktualisiert: 8.3.2018 / 8.3.2018
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