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Meistergeigen aus Cheb

Grenzüberschreitender Wettbewerb der jungen Geigenbauer

Meistergeigen aus Cheb

Grenzüberschreitender Wettbewerb der jungen Geigenbauer

Seit dem Jahre 2005 gibt es in Cheb (Eger) eine Schule für den Bau von Saiteninstrumenten. Damals wurde die Geigenbauschule von Luby (Schönbach) hierher verlegt und der integrierten beruflichen Mittelschule angegliedert. Der „böhmisch-sächsische Musikwinkel“ besitzt schon seit der Mitte des 17. Jahrhunderts hohes Ansehen. Im Geiste dieser gemeinsamen Tradition gibt es heute eine kollegiale Zusammenarbeit der Geigenbauschule (Houslařská škola) von Cheb mit der Berufsfachschule für Musikinstrumentenbau in Klingenthal. Konkurrenzdenken kennt man hier nicht, denn die Nachfrage nach hochwertigen Instrumenten ist hoch, und die Absolventen beider Schulen haben gute Berufsaussichten.

So findet schon seit Jahren, zum Abschluss der Ausbildung der jungen Geigenbauer, ein grenzüberschreitender Wettbewerb statt, bei dem das beste neue Instrument prämiert wird.

Leiter der Jury ist Jaroslav Svěcený, einer der bekanntesten tschechischen Geigervirtuosen. Von ihm heißt es: „Svěcený spielt nicht die Musik – er ist die Musik“ und man sagt, dass wohl kein Geiger im eigenen Land so viel für die Popularisierung dieses Instruments getan hat.

Der berühmte Virtuose spricht wie ein erfahrener Kollege, der den jungen Leuten bei ihrer Ausbildung weiterhelfen will. Sein Vortrag – auf Tschechisch und auf Deutsch – ist belehrend und auch unterhaltsam. Die Zuhörer sind amüsiert, als er die Lackierung einer Geige als „Kosmetik“ bezeichnet, die das Instrument schöner, aber auch älter erscheinen lässt.

Jaroslav Svěcený hat Instrumente aus verschiedenen Ländern mitgebracht, eine Violine ist schon über 300 Jahre alt. Diese Meistergeigen stellt er den jungen Absolventen als Vorbild vor. Inspiriert von ihrem Klang trägt er bekannte Werke der Musikliteratur vor und wechselt dann zur Improvisation – teils mit innigem Zartgefühl, teils mit atemberaubender virtuoser Akrobatik.

Geigen sind für Svěcený ein „europäisches Phänomen“ der einzigartigen Kultur des Abendlandes.

Unter den Arbeiten der Absolventen des Jahrgangs 2018 konnten achtzehn Instrumente als hervorragend qualifiziert werden. Auf der besten von diesen Violinen gibt Jaroslav Svěcený ein kleines Konzert. Die Zuhörer sind hingerissen von der Virtuosität des Künstlers – und vor allem von dem wunderbaren Klang dieser neuen Meistergeige.

Sieger in diesem Wettbewerb zweier Geigenbauschulen ist ein Deutscher: Florian Zinkhahn, aus einem kleinen Ort in der Nähe von Stuttgart.

Der junge Mann stammt aus einer musikbegeisterten Familie. Schon in jungen Jahren war die Geige sein Lieblingsinstrument. Nach dem Abitur entschied er sich aber, anstelle einer Karriere als Berufsmusiker, für den Geigenbau. Nach seiner Ausbildung an der Geigenbauschule in Mittenwald arbeitete er bei Geigenbauern in Süddeutschland und in der Schweiz, um dort praktische Erfahrungen zu sammeln. „Will ein Musiker virtuos spielen, so erfordert das tägliche Übung. Ebenso ergeht es dem Geigenbauer bei der Fertigung der Instrumente.“

Um selbständig eine Werkstatt zu gründen und die eigene Bauweise für Spitzeninstrumente weiterentwickeln zu können, entschloss sich Florian Zinkhahn dann für ein Studium an der Fachhochschule für Musikinstrumentenbau in Markneukirchen. Der Sieg bei diesem anspruchsvollen Wettbewerb in Cheb ist ein großer Erfolg für seinen Fleiß – und er bedeutet für diesen jungen Geigenbaumeister einen guten Start in seine berufliche Karriere.

 

Günther Juba

Fotos:

Jaroslav Svěcený hat achtzehn Instrumente als Meistergeigen qualifiziert.

Florian Zinkhahn, der Sieger des Wettbewerbs 2018

 

Verantwortlich: Tourist-Information
Entstanden / aktualisiert: 7.6.2018 / 7.6.2018
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