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KEISERPFALZ – EGERER BURG

DIE EGERISCHE BURG

 

Am Ende des 9. Jahrh. entstand auf dem Gebirgsausläufer über dem Fluss Eger an der Stelle der heutigen Burg und der angrenzenden Stadtteile  eine slawische  Burgstätte.  Im Laufe des 11. Jahrh. übernahmen  die Markgrafen von Vohburg die Regierung über Egerland, zu dieser Zeit wurde dieses Gebiet ein Teil der bayerischen Nordmark. Bereits um das Jahr 1125 ließ  Markgraf Diepold II. aus  Vohburg an der Stelle der slawischen Burgstätte eine Steinburg errichten, die zum Verwaltungzentrum vom Egerland wurde. Im Jahre 1167 bekam dieses Gebiet Kaiser Friedrich Barbarossa aus der Staufendynastie, der im Jahre 1179 persönlich nach Eger kam. Dieser Besuch verursachte den Umbau der ursprünglichen Burg in eine Kaiserpfalz (eine befestigte Siedlung des Herrschers zur Zeit der Karolinger), dessen Kern bildete der romanische Palast (1179-1189), der zur Verteidigung gedachte Schwarze Turm  (1179-1189) und die Kapelle des St. Martin, St. Erhard a der St. Uršula (1180-1220). Zur Zeit der tschechischen Könige wurde die Pfalz zur königlichen Burg. Der letzte tschechische König, der auf dieser Burg verweilte, war Jiří von  Poděbrad (+1471). Danach fällt die Burgverwaltung der Stadt zu. Im Jahre 1472 ergriff ein Feuer die Burg, das in den Jahren 1475-1490 umfangreiche Bauveränderungen zur Folge hatte. Der Burgpalast wurde um ein Stockwerk erhöht, Wirtschaftsgebäude wurden dazu gebaut und vor der Burg zwei Verteidigungstürme (der Mühlenturm und der Felsenturm) errichtet.  Zu einer grundlegenden Veränderung des Burgareals kam es zur Barockzeit, als die Burg auf Grund der neuen Stadbefestitung in eine Zitadelle umgewandelt wurde  (1675-1713). Im Laufe der 1.Hälfte des 18.Jahrh. begann die Burg zu verfallen und auch in dem folgenden Jahrhundert war es nicht anders. Im Jahre 1895 fiel die Burg der Stadt zu, die im Burgareal die notwendigsten Sicherheitsarbeiten durchführen ließ.

 

Der egerische Kaiserpfalz  gehört zu den Höhepunkten der Burgarchitektur der Staufenzeit und zu den am besten erhaltenen Pfalzen überhaupt. Die eigene Pfalz bildet das lange Palastgebäude im nördlichen Burghofrand, weiter der Schwarze Turm und die Burgkapelle. 

 

Der Schwarze Turm  – ein viereckiger romanischer Bergfried aus bossierten  rautenformigaufgestellten Quadersteinen   z bosovaných kvádrů postavený nakoso. Zum Bau wurde der Tuffstein vom Kammerbühl verwendet. Im Jahre 1774 wurde der Turm um ein Stockwerk aus Bruchsteinen erhöht. Die Höhe des Turm beträgt 18,5 m, die Wandstärke im Erdgeschoss  3,16 m.

 

Der Palast  – von diesem romanischen Bau ist die nördliche  und östliche Grundmauer am besten erhalten geblieben. Der Bau hatte  ursprünglich nur ein Stockwerk. Im ersten Stock befand sich ein repräsentativer Saal mit drei vereinten fünfteiligen Fenstern, einem zweiteiligen Fenster und zwei Wohnräumen. Das Ergeschoss diente zu Nutzzwecken.

 

Die Kapelle des St. Martin (Erdgeschoss), St. Erhard der St. Uršula (oberes Stockwerk)- die doppelte Kapelle kann man mit  Sicherheit als den künstlerisch wertvollsten Teil der Pfalz betrachten. Das kompakte materielle Äußere mit dem rechteckigen Grundriss birgt zwei prunkvolle Räume.  Den ersten Raum bildet das romanische Erdgeschoss verkeilt durch acht Kreuzgewölbe auf vier Granitsäulen mit masiven Söckeln,  abgeschlossen durch ein im Relief verziertes Kapitell. Das Gewölbe hat  in der Mitte eine  achteckige Öffnung in den Boden des oberen Stockwerks und verbindet so den unteren und oberen Raum miteinander. Im Gegensatz zu dem massigen unteren Stockwerk wirkt das obere Stockwerk überraschend luftig. Das Rippenkreuzgewölbe wird hier von vier weißen Marmorsäulen gestützt, deren Kapitell von qualitativ hochwertigen ornamentalen und figuralen Motiven bedeckt ist. Durch seine Stilart und die Kunstauffassung gehört das obere Stockwerk der Kapelle in die Übergangsphase zwischen dem spätromanischen und frühgotischen Baustil, das es in unserem Land kein zweites mal gibt.

 

Verantwortlich: Tourist-Information
Entstanden / aktualisiert: 7.6.2005 / 7.6.2005 | Veröffentlichen von: 7.6.2005

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