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Gedenkstunde für die Opfer am Eisernen Vorhang

Gedenkstunde für die Opfer am Eisernen Vorhang Grenzüberschreitende Aktion mit den Nachbarn aus Deutschland

Gedenkstunde für die Opfer am Eisernen Vorhang

Grenzüberschreitende Aktion mit den Nachbarn aus Deutschland

 

Seit dreißig Jahren ist Tschechien frei von der Zwangsherrschaft eines kommunistischen Regimes. Wer versuchte, dieser Unterdrückung durch Flucht nach Westdeutschland zu entkommen, riskierte sein Leben oder sehr harte Gefängnisstrafen. Am Eisernen Vorhang wurden in dieser Zeit 82 Menschen erschossen.

Nahe am Grenzübergang symbolisiert ein Mahnmal für die Opfer am Eisernen Vorhang einen geöffneten Vorhang und zerrissene Ketten – für die Flüchtlinge ein vergeblicher Traum, der erst vor dreißig Jahren in Erfüllung gegangen ist.  

Hier wurde in einer Feierstunde wurde am 16. November an die ermordeten Flüchtlinge erinnert. Oberbürgermeister Antonín Jalovec konnte zahlreiche deutsche Teilnehmer, darunter auch seine Amtskollegen aus Waldsassen, Neualbenreuth und Schirnding, begrüßen. Er erinnerte an die Menschen, die kurz vor der damaligen bayerisch-tschechoslowakischen Grenze ums Leben kamen. „Sie wurden Opfer des kommunistischen Systems“. Jalovec freute sich darüber, dass seit 30 Jahren die Grenzen offen sind: „Wir müssen für die Freiheit kämpfen, wir wollen weiter in einem vereinten Europa leben.“ Waldsassens Bürgermeister Bernd Sommer ergänzte: „Es ist ganz selbstverständlich geworden, dass wir über die Grenze fahren. Wir denken uns dabei gar nichts mehr.“ Er stellte fest, dass sich viele Menschen, vor allem die jüngere Generation, eine Grenze gar nicht mehr vorstellen könnten. Beide Redner äußerten sich sehr zufrieden darüber, dass die beiden Nachbarländer nun durch die Europäische Union freundschaftlich verbunden sind und gemeinsam, im Herzen Europas, neue Chancen bekommen haben.

Der Oberbürgermeister von Cheb legte am Mahnmal ein Blumengebinde nieder und gedachte der Toten, die hier ihr Leben lassen mussten.

 

Eiserner Vorhang geöffnete, die Ketten zerrissen

Wenn man von Cheb/Eger nach Waldsassen fährt, sieht man im Wald zwischen Svatý Kříž und dem Grenzübergang ein eisernes Denkmal. Es handelt sich um eine Gedenkstätte für die Opfer des Eisernen Vorhangs. Diese ist den 82 Menschen gewidmet, die von 1948 bis 1981 beim Versuch, die Grenze von der Tschechoslowakei nach Deutschland zu überwinden, getötet wurden.

 

Das Kunstwerk erinnert daran, dass es hier den Eisernen Vorhang gab. Allerdings ist dieser leicht geöffnet, dazwischen sind zerrissene Ketten zu sehen. Dies steht als Symbol für den Weg in die Freiheit, den viele Flüchtlinge suchten, aber leider nicht zu Ende gehen konnten.

Der linke Teil des Vorhangs trägt die Aufschrift „obětem železné opony“ (den Opfern des Eisernen Vorhangs), rechts stehen die Todesjahre und die Namen der ermordeten Menschen.

 

Der Künstler, der dieses Denkmal geschaffen hat, Antonín Kašpar, sagte hierzu:

„Der Hauptgedanke dieses Mahnmals sind die gesprengten Ketten. Wir versuchten damit das Gefühl auszudrücken, das diejenigen kurz vor dem eigenen Tod erlebt haben, deren Namen hier an den Tafeln verewigt sind. Das bedeutet, dass sie sich zu der Tat entschlossen haben und auf eigene Art und Weise die Freiheit erlebt haben, wenn auch nur für einen kurzen Moment. Jeder der hier erwähnten Namen ist die persönliche Tragödie eines Menschen und selbstverständlich auch seiner Familie“.

 

Günther Juba

Foto:

Die Bürgermeister von Waldsassen und Cheb bei ihren Ansprachen

Das Mahnmal für die Opfer am Eisernen Vorhang

 

Verantwortlich: Tourist-Information
Entstanden / aktualisiert: 21.11.2019 / 21.11.2019

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