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Ein nobles Geschenk an die Stadt

Kreuzingersche Volksbücherei wurde restauriert

Fast märchenhaft erscheint der Aufstieg des am 21.3 1853 in Eger geborenen Dominik Kreuzinger. Er kam aus dem einfachen Handwerksmilieu und gelangte bis in die Unternehmer- und Gesellschaftsspitze der Stadt. Im Jahre 1899 wurde er Eigentümer der Maschinenfabrik M. Fischer, einer der modernsten Firmen seiner Zeit.

In Dankbarkeit für einen erfolgreichen Lebensweg beabsichtigte der vielseitig gebildete Mann, seiner Vaterstadt eine Volksbücherei zu schenken. Diese sollte „eine für alle Kreise der Egerer Bevölkerung bestimmte und selbständige Bildungsstätte sein.“ Dominik Kreuzinger erlebte aber den Bau seines Vorhabens nicht mehr, denn er starb im Jahre 1903 auf einer Bildungsreise in Italien.

Nun leitete sein Bruder Karl die Firma. Dieser verwirklichte Dominiks Wunsch zum Bau einer Volksbücherei. Die im Jahre 1911 eröffnete Bibliothek wurde nach den Plänen des Teplitzer Architekten Max Loos von Lisimfeldt erbaut. Dieser schuf ein elegantes Jugendstilgebäude. Die Fassade wurde mit dekorativ geschwungenen Linien und stilisierten pflanzlichen Ornamenten verziert. Das Innere dagegen erscheint eher sachlich und funktional.

Ein großer Lesesaal, ein Vortragsraum für 300 Zuhörer, Vorträge über Kunst, Wissenschaft und Regionales, Rezitationen, Gesang und Musik machten die Bibliothek bald zu einem neuen kulturellen Zentrum der Stadt. Schon nach wenigen Jahren gab es hier 15380 Bücher, und 2500 Bürger waren als Leser angemeldet.

 

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Familie Kreuzinger zwangsausgesiedelt und ihr Eigentum verstaatlicht. Als die ehemalige Kreuzingersche Volksbücherei im Oktober 1946 als tschechische Bibliothek eröffnet wurde, gab es hier ca. 75000 deutsche und nur 341 tschechische Bücher.

 

Während der kommunistischen Zeit wurde das Gebäude vernachlässigt. Die Bibliothek heißt seitdem „Městská knihovna v Chebu“ (Städtische Bücherei in Eger).

Im Laufe der letzten Jahre wurde sie auf den modernsten technischen Stand gebracht. Sie hat nun täglich bis zu 524 Besucher. Dank des verspäteten Wintereinbruchs konnte im Jahre 2013 auch noch die Renovierung der schönen Jugendstilfassade fertiggestellt werden.

In deutscher Sprache ist nun wieder zu lesen: „DOM. KREUZINGER’S VOLKS-BÜCHEREI“, dazu die Jahreszahl 1909. Der Name des großzügigen Stifters soll nicht vergessen werden.

Zufrieden stellt Martina Kuželová, die Chefin des Hauses, fest: „Die Städtische Bücherei hat ihr historisches Aussehen zurückerhalten.“ Cheb/Eger hat wieder ein attraktives kulturelles Zentrum.

 

Günther Juba

 

Fotos:

Die „Dom. Kreuzinger’s Volks-Bücherei“ ist wieder ein Schmuckstück der Stadt.

Verantwortlich: Tourist-Information
Entstanden / aktualisiert: 8.9.2014 / 8.9.2014

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