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Die evangelische Friedenskirche

Gotteshaus einer kleinen christlichen Gemeinde

Die Geschichte des Protestantismus reicht in Cheb/Eger zurück bis in die Zeit der Reformation. Philipp Melanchthon, der Mitreformator und Freund Martin Luthers, war drei Mal hier und wurde von den Stadtvätern stets ehrenvoll empfangen. Die heute katholische Nikolauskirche war von 1564 bis 1627 evangelisch, denn die Mehrheit der Bürger bekannte sich zur Reformation Martin Luthers.

Nach der Schlacht am Weißen Berg (1620) kam es in Böhmen zur Gegenreformation. Viele evangelische Familien verließen Eger, weil sie an ihrem Glauben festhalten wollten. Die Stadt wurde nach einigen Jahren wieder rein katholisch.

Das Toleranzpatent Joseph II. im Jahr 1781 und das Protestantenpatent Kaiser Franz Joseph I. von 1861 brachte den Evangelischen im Bereich der Donaumonarchie für immer die Gleichberechtigung mit den katholischen Gläubigen. Der Ausbau der Eisenbahn und die Industrialisierung brachten viele neue protestantische Bürger, vor allem aus Oberfranken und aus Sachsen, nach Eger.

Im März 1863 wurde Ithamar Koch, Vikar in Waldsassen, zum ersten evangelischen Pfarrer der neu gegründeten evangelischen Gemeinde gewählt. Zunächst  konnte der Schwurgerichtssaal als Betsaal benutzt werden.

Im Dezember 1868 wurde der Bau der Kirche an den Egerer Baumeister Adam Haberzettl vergeben. Am 5. Oktober 1871 konnte sie als „Evangelische Friedenskirche“ eingeweiht werden.

Adam Haberzettl war wenige Tage vorher verstorben. Am Tag der Einweihung der Kirche fand auch die Beerdigung des Baumeisters statt. Es war selbstverständlich, dass sich alle Teilnehmer des Festes in der Friedenskirche dem an der Kirche vorbeigehenden Trauerzug anschlossen und sich auf den katholischen Friedhof begaben, um hier in ökumenischer Einheit das Andenken des Kirchbaumeisters zu ehren.

Der letzte deutsche Pfarrer, Hugo Friedrich Gerstberger, wurde im Jahre 1946 vertrieben.

Sein tschechischer Nachfolger, Lubomír Libal, erwarb sich große Verdienste um die Versöhnung zwischen Tschechen und Deutschen.

 

Günther Juba

 

Foto:

Die evangelische Kirche von Cheb/Eger

Verantwortlich: Tourist-Information
Entstanden / aktualisiert: 6.6.2015 / 6.6.2015

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