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Weiße Marter

Die wundersame Errettung vor einem Raubmord
Die wundersame Errettung vor einem Raubmord

Die wundersame Errettung vor einem Raubmord

An der Straße von Münchenreuth nach Pechtnersreuth, die einst bis Eger führte, befindet sich am Waldrand eine Dreifaltigkeitssäule aus Granit, die sogenannte „Weiße Marter“, eines der schönsten Denkmäler der Volksfrömmigkeit im Stiftland. Auf einem verzierten Sockel steht eine hohe Säule, die sich nach oben verjüngt. Sie trägt über dem Kapitell – in der Form eines ovalen Kranzes – eine einzigartige Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit. Der Egerer Kaufmann Johannes Adler ließ sie im Jahre 1713 errichten, zum Dank für die göttlichen Hilfe, die ihn vor einem Raubmord bewahrte.

In vielen Nachbarorten hatte Adler geschäftliche Verbindungen. Der Kaufmann ging dorthin meist zu Fuß, um mit seinen Kunden zu verhandeln und noch ausstehende Zahlungen einzukassieren. Dies aber konnte gefährlich sein.

Im Jahre 1713 konnte er auf dem Rückweg die Stadt Eger vor Anbruch der Dunkelheit nicht mehr erreichen. Deshalb musste er in einem Münchenreuther Gasthaus übernachten. Beim Abendessen wurde er von zwei Gesellen beobachtet, die bemerkten, dass er viel Geld bei sich hatte. Als er sich müde auf sein Zimmer begeben hatte, wurde er heimlich von der Magd des Hauses davor gewarnt, dass ihn die beiden Burschen überfallen wollten, um ihn zu berauben.

In höchster Eile schlich sich der Kaufmann aus dem Hause und erreichte den Waldrand, wo er sich in einem Gebüsch versteckte. Als die beiden Gauner seine Flucht bemerkt hatten, verfolgten sie ihn. Mit ihrem Hund wollten sie ihn in der Dunkelheit finden. Johannes Adler gelobte in seiner Not, ein Denkmal des Dankes zu errichten, wenn er mit göttlicher Hilfe errettet würde. Das Unerwartete geschah: Der Hund verriet ihn nicht, sondern lockte die Verfolger in eine andere Richtung.

Getreu seinem Gelöbnis ließ Johannes Adler im Jahre 1713 an der Stelle seiner Errettung eine Säule zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit errichten. Diese wurde später, zum Schutz vor der Witterung, mit einem hölzernen Gehäuse überbaut. Leider konnte damit nicht verhindert werden, dass eine Schutzengel-Gruppe, am Fuße der Rundsäule, gestohlen wurde.

Günther Juba

Foto:

Die „Weiße Marter“ bei Münchenreuth

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