Touristisches
Infozentrum Cheb

Ein Backofen für alle Bürger der Stadt

Die „Ch(l)ebáci“ von Cheb
Ein Backofen für alle Bürger der Stadt

Die „Ch(l)ebáci“ von Cheb

In der Májová-Straße wurde in einem städtischen Gartengrundstück ein nach zwei Seiten offenes Haus erbaut. Es trägteine Nachbildung des ältesten Dachstuhls in Böhmen, welcher sich über dem Presbyterium der Klosterkirche der Egerer Franziskaner befindet. Dieses maßstabgetreue Modell haben Zimmerleute im vergangenen Jahr, während eines einwöchigen Workshops, in traditioneller Arbeitsweise auf dem Marktplatz hergestellt.

Das Haus dient als Unterstand für einen nach historischen Vorbildern gestalteten Backofen, der aus Steinen der ehemaligen Ziegelei Hart in Altkinsberg (Starý Hrozňatov) erbaut wurde.

Vor zwei Monaten hat der Backofen seine erste Bewährungsprobe bestanden. Seitdem lockt einmal im Monat der Duft der heißen Brote die Bürger an.

Diese öffentlichen Backtage organisiert ein Verein, der sich „Ch(l)ebáci“ nennt, ein Wortspiel, das „die Brotbäcker aus Cheb“ bedeutet.

Für den Gymnasiallehrer Libor Matoušek, der bisher nur für seine Familie das Brot selbst gebacken hatte, war es nicht leicht, eine so große Menge Teig zuzubereiten. Am Ende erwies sich eine sauber gewaschene Babywanne als idealer Behälter. Gemeinsam mit Štěpán Boháček stellt er den Sauerteig für die öffentlichen Backtage her: „Das Backen ist eine Kunst, die ich nur durch Versuch und Irrtum erlernt habe. Es gab Zeiten, in denen nicht einmal die Hühner meines Nachbarn dieses Brot wollten.“

Lenka Beránková, die ebenfalls zu den „Ch(l)ebáci“ gehört, ergänzt: „Wir pflegen hier bewährte Traditionen. Aber es geht dabei nicht nur um das Brot. Vor allem ist es für die Bürger eine Gelegenheit, sich zu treffen. Hier kommen Menschen zusammen, die sich im hektischen Alltag nicht beachten, oder nur miteinander telefonieren. Beim Backen finden sie plötzlich die Zeit und können sie gemeinsam genießen, weil sie es nicht eilig haben.“

An den Backtagen kommen ganze Familien herbei, bringen Pizzen, Kuchen oder Buchteln mit, die als Erste in den heißen Ofen kommen. Wie in einem Biergarten sitzt man dann gemütlich zusammen. Während man die frischgebackenen Speisen genießt, kann man schon darauf warten, bis auch die Brote fertiggebacken sind.

Die Idee zum Bau dieses traditionellen Backofens kam vom „Stiftungsfonds Historisches Eger“. Dessen Vorsitzende, Frau PhDr. Marcela Brabačová, konnte dank eines Zuschusses der Stadt den Bau des Backofens finanzieren. Inzwischen haben sich hier sogar schon die Stadträte zu einer außerordentlichen Sitzung versammelt. Das öffentliche Backhaus kam so gut an, dass man es zu dem Wettbewerb „Bauwerk des Jahres“ angemeldet hat.

Günther Juba

Foto:

Der nach historischen Vorbildern erbaute Backofen

Verantwortlich: Tourist-Information
Entstanden / aktualisiert: 31.8.2020 / 31.8.2020

Skip to content