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Ein „Stiftland“ für das Kloster Waldsassen

Diepold III. von Vohburg (1080 – 1146)

 

Im 12. Jahrhundert begann die planmäßige Kolonisierung der „Regio Egere“, des Gebietes an der oberen Eger. Diepold III. von Vohburg, Markgraf des Nordgaues, hatte das Egerland in Besitz genommen. Er erbaute an der Stelle einer ehemals slawischen Ansiedlung die Egerer Burg. Diese wurde bald zum Verwaltungsmittelpunkt des Landes, dessen Größe das heutige Egerland (Chebsko) weit übertraf und im Westen bis zur Quelle der Eger (Ohře) reichte

 

Von Bedeutung bis zum heutigen Tage ist Diepold III. durch seine Landschenkung („Stiftung“) an das Kloster Waldsassen im Jahre 1133, dessen ehemaliger Landbesitz seitdem den Namen „Stiftland“ trägt.

Als Diepold III. von Vohburg im Jahre 1146 starb, zog König Konrad III. das Egerland für das Reich ein und verheiratete die verwaiste Tochter Adela  am 2. März 1147 mit seinem Neffen, dem Herzog Friedrich III. von Schwaben, dem späteren Kaiser Friedrich I., genannt „Barbarossa“.

Diese Ehe wurde aber bereits nach sechs Jahren wieder geschieden. Als Gründe für diese Scheidung wurden zu nahe Verwandtschaft, Kinderlosigkeit, aber auch Ehebruch genannt.              Tatsächlich aber dürfte ein anderer Grund für diese Scheidung ausschlaggebend gewesen sein: Adela entstammte nicht dem Hochadel und galt damit nicht als „ebenbürtig“: Als Tochter eines Markgrafen, entsprach sie nun nicht mehr Barbarossas Stellung als König und als Kaiser.

 

Das Egerland, Adelas Heiratsgut, behielt Barbarossa aber in seinem  Besitz.

 

Legende von der Gründung des Klosters Waldsassen

 

In seiner Jugendzeit stand Diepold bei einem Ritterturnier seinem besten Freund, dem Edlen Gerwig von Wolmundstein unerkannt gegenüber. Dieser verletzte ihn mit dem Speer am Hals. Diepold stürzte zu Boden und Gerwig glaubte, seinen besten Freund getötet zu haben.          Um für diesen unbeabsichtigten, vermeintlichen Mord Buße zu leisten, begab sich Gerwig in das Kloster Siegburg bei Köln. Er wurde Mönche in dem besonders strengen und asketischen Orden der Zisterzienser. Später kam Gerwig an den bischöflichen Hof in Regensburg. Da er in der Einsamkeit des Waldes am besten Gott zu dienen glaubt, zog er mit einigen Mitbrüdern nach Norden. In Kölnergrün, nahe dem späteren Waldsassen, wurden die ersten Holzbauten für ein Kloster errichtet.                                                                                                           Während einer Jagd entdeckte Markgraf Diepold III. die Mönche, die sich hier ohne Erlaubnis niedergelassen hatten. Als er aber in einem der Mönche seinen Freund Gerwig von Wolmundstein wiedererkannte, stiftete er für das Kloster so viel Land, wie ein Mönch – auf einem Esel sitzend – an einem Tag umreiten konnte.

An Diepold III. von Vohburg erinnern in Waldsassen ein Deckengemälde im Chorraum der Basilika, der Diepold-Brunnen vor der Basilika und der Eselsbrunnen auf der Schwanenwiese.

 

Günther Juba

 

Fotos:

Deckengemälde in der Basilika Waldsassen

Diepold-Brunnen vor der Basilika Waldsassen

Eselsbrunnen auf der Schwanenwiese

 

Verantwortlich: Tourist-Information
Entstanden / aktualisiert: 14.8.2014 / 14.8.2014

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