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Der versteckte Nikolaus

St. Nikolaus ist nicht der einzige Schutzheilige der Egerer Pfarrgemeinde

Der versteckte Nikolaus

St. Nikolaus ist nicht der einzige Schutzheilige der Egerer Pfarrgemeinde

 

Ein Schutzpatron ist ein Heiliger, der in der Not von den Gläubigen um seine Fürsprache bei Gott angerufen wird. In der Egerer Nikolauskirche allerdings ist eine künstlerische Darstellung des Nothelfers der Pfarrgemeinde nicht ganz leicht zu finden, obwohl es hier sogar zwei Abbildungen von ihm gibt.

Erst nach längerer Suche wird man den heiligen Bischof – zunächst auf einem der bunten Glasfenster – entdecken. Aber hier gibt es eine Überraschung: An seiner Seite steht eine Frau.

Das soll allerdings nicht bedeuten, St. Nikolaus sei verheiratet gewesen: Neben ihm ist die Heilige Elisabeth von Thüringen abgebildet.

Die beiden Schutzpatrone der Kirche sind sich im Leben nie begegnet, denn sie lebten nicht zur gleichen Zeit, außerdem auch noch in verschiedenen Ländern: Nikolaus wurde etwa im Jahre 283 geboren und ist ungefähr 348 in Myra, heute Demre (Türkei), gestorben. Elisabeth wurde 1207 in Ungarn geboren und ist 1231 in Marburg (Hessen) gestorben.

 

Dass sie in gleicher Größe nebeneinander stehen, mag bei unseren Vorstellungen über das „finstere Mittelalter“ als überraschend erscheinen: Bedeutet dies eine Gleichstellung von Mann und Frau? Wenn diese für die Schutzpatrone der Egerer Pfarrgemeinde möglich war, so muss man doch die Ebenbürtigkeit der Geschlechter wenigstens als einen himmlischen Idealzustand betrachtet haben.

 

Nikolaus und Elisabeth waren bei den Gläubigen sehr beliebt, denn beide haben  gemeinsam, dass sie als Beschützer der Armen gewirkt haben. Wie oft mögen im Laufe der Jahrhunderte fromme Egerer Christen in Notzeiten um ihre Hilfe gebetet haben?

 

Nachdem St. Nikolaus nicht der einzige Schutzpatron dieses Egerer Gotteshauses ist, sollte es eigentlich den Namen „Nikolaus-und-Elisabeth-Kirche“ tragen.

Aber der Gedanke einer gleichrangigen Wertschätzung der beiden Heiligen scheint im Laufe der Zeit verlorengegangen zu sein.

 

Die beiden Schutzheiligen gibt es außerdem als steinerne Skulpturen zu sehen, und auch hier haben sie die gleiche Größe.

Wer diese künstlerischen Darstellungen von St. Nikolaus und St. Elisabeth finden will. muss allerdings wissen, dass er im Außenbereich der Kirche nach ihnen suchen sollte.

 

Das Rosenwunder der Heiligen Elisabeth

Von ihrer Hilfsbereitschaft für die Armen erzählt die Legende vom Rosenwunder: ihr Ehemann, Ludwig IV. von Thüringen, wurde von seiner Umgebung gegen Elisabeths „Verschwendung“ aufgehetzt. Deshalb trat er seiner Frau, die mit einem mit Brot gefüllten Korb die Burg herab stieg, mit der Frage entgegen: „Was trägst du da?“ Als er keine Antwort erhielt, deckte er den Korb auf, fand aber darin Rosen.

 

St Nikolaus als Retter der Seeleute

In Seenot geratene Schiffsleute riefen in ihrer Not den heiligen Nikolaus an. Plötzlich erschien ein fremder Mann, übernahm das Steuer, setzte die Segel richtig und brachte sogar den Sturm zum Abflauen. Danach verschwand der geheimnisvolle Retter wieder. Als die Seeleute in der Kirche von Myra zum Dank für ihre Rettung beteten, erkannten sie im Bischof ihren Retter.

 

Günther Juba

 

Fotomontage:

Das Kirchenfenster und die steinernen Skulpturen von St. Nikolaus und St. Elisabeth

Verantwortlich: Tourist-Information
Entstanden / aktualisiert: 3.11.2015 / 3.11.2015

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