Zweifacher Festtag in der Stadt Cheb

Zweifacher Festtag in der Stadt Cheb

 

Am 10. September gibt es in Cheb (Eger) zwei Anlässe zum Feiern: die Eröffnung der Tage des Europäischen Kulturerbes und die 700jährige Zugehörigkeit zu Böhmen.

Cheb wurde als Ort der Eröffnung der nationalen „European Heritage Days 2022“ ausgewählt, denn es ist einzigartig, dass es hier, rund um den Marktplatz, noch ein unversehrtes Ensemble an historischen Dachstühlen gibt. Es wurde 2017 eine Besuchertrasse eingerichtet, welche die Besichtigung der Dachräume der Patrizierhäuser ermöglicht. Im Speicherhaus und in dem angrenzenden Zeughaus entsteht nun ein mitteleuropäisches Zentrum für die Geschichte des Handwerks der Zimmerleute.

Vor 700 Jahren wurde Eger dem böhmischen Königreich angegliedert. Die reichsunmittelbare Stadt und das Egerland wurden von Kaiser Ludwig dem Bayern 1322 an den König von Böhmen Johann von Luxemburg verpfändet. Nachdem die Kronen des Heiligen Römischen Reiches und des Königreichs Böhmen unter Karl IV., dem Sohn Johanns, in einer Hand vereinigt waren, war für eine Einlösung des Pfandes kein Grund mehr gegeben. Die Verpfändung wurde auch später nie mehr rückgängig gemacht.

Ein umfangreiches Festprogramm erwartet die Gäste am 10. September:

Auf dem mittelalterlichen Marktplatz (Platz des Königs Georg von Podiebrad) wird von 9 bis 20 Uhr gefeiert.

Um 10 Uhr beginnt die hier Eröffnungszeremonie der Tage des Europäischen Kulturerbes mit der

Verleihung des Titels „Träger der Tradition des Volkshandwerks“ an Herrn Petr Růžička. Danach werden Zimmerleute aus Sachsen einen „Zimmermannsklatsch“ vorführen.

Der Festtag endet um 20 Uhr mit einem Konzert des Jugendblasorchesters.

Dann wird ein „Videomapping“ zu sehen sein: Ereignisse aus der Geschichte der Stadt, von der Zeit der größten Blüte im Mittelalter, dem Niedergang während des Dreißigjährigen Krieges, der Wiederauferstehung in der Barockzeit, der enormen Entwicklung danach, bis hin zu den wechselvollen Zeiten des vergangenen Jahrhunderts.

Auf der Burg findet ab 11 Uhr ein ritterliches Turnier statt, außerdem wird das Leben auf einen Militärlager dargestellt und es gibt Vorführungen der Falkenjäger.

Auf dem Franziskanerplatz sind in der Kirche St. Klara vom 4. bis zum 11. September täglich von 9 bis 19 Uhr, die Nachbildungen der böhmischen Krönungsjuwelen zu sehen: die Wenzelskrone, der Königsapfel, das Zepter und das Krönungsgewand. Diese wurden bei der Krönung verliehen und spielten bei wichtigen Amtshandlungen oder wichtigen Staatsjubiläen eine Rolle.

Gegenüber, im Kreuzgang des Franziskanerklosters ist von 10 bis 17 Uhr die Ausstellung „Träger der Tradition des Volkshandwerks“ zu besichtigen.

Kunstworkshops für Kinder und Erwachsene werden in der Galerie G4 von 10 bis 16 Uhr durchgeführt.

In der „Krajinka“, dem ehemaligen Gartenschaugelände, findet von 10 bis 23 Uhr ein Bierfest statt, mit einem großen Angebot verschiedener Brauereien und einem Musikprogramm.

Im Touristischen Informationszentrum (gegenüber dem Rathaus) wird von 9 bis 17 Uhr die             Stadtchronik von Johann Thomas Funk aus dem Jahre 1743 und die Chronik des letzten Egerer Henkers Karl Huss ausgestellt.

Außerdem starten hier um 11, 13 und 15 Uhr die Führungen durch die historischen Dachstühle.

In der Galerie der Bildenden Künste (neben dem Rathaus) ist von 10 bis 17.00 Uhr die Egerer Prozessionsmonstranz besichtigen, ein einzigartiges, 1,09 Meter hohes, neu restauriertes, spätgotisches Kunstwerk aus dem 15. Jahrhundert.

Im mittelalterlichen Speicherhaus (Stadthof, in der Hradebni-Straße) kann man von 11 bis 17 Uhr Zimmerleute bei der Ausübung ihrer traditionelle Handwerkskunst beobachten. Dabei wird u. a. auch die Funktion einer mittelalterlichen Hubwinde vorgeführt, welche für diesen Festtag von Zimmerleuten aus Tschechien, Bayern und Sachsen gemeinsam erbaut wurde.

Um 14 Uhr beginnt hier die Vernissage der Ausstellung „Die verkleinerte Welt der historischen Dachstühle“. Es werden 25 Modelle historischer Dachstühle aus Bayern und Tschechien, gefertigt von dem Parksteiner Zimmermeister Josef Hauer, zu besichtigen sein.

An diesem Tag sind von 9 bis 17.00 Uhr alle Denkmäler der Stadt, bei freiem Eintritt, geöffnet. Günther Juba

 

Foto:

Das Zeittor und die Zeitachse erinnern an die wechselvolle Geschichte der Stadt.