Neues Kunstwerk für die Wallfahrtskirche Maria Loreto

Neues Kunstwerk für die Wallfahrtskirche Maria Loreto

In der Kapelle des Heiligen Grabes wurde eine Statue mit dem Namen „Kinderseelen“ enthüllt. Sie wurde als Gedenkstätte für die ungeborenen und vorzeitig verstorbenen Kinder von der blinden Bildhauerin Marianna Jánošíkoá-Machalová geschaffen. Diese begann ihre künstlerische Tätigkeit im Alter von 22 Jahren, nachdem sie aufgrund einer schweren Krankheit ihr Augenlicht verloren hatte.

Alena Votavová, Leiterin des Hospizes St. Georg in Cheb, erklärt die Bedeutung dieses neuen Kunstwerkes: „Es gibt viele Familien, die ihr Kind nicht in Würde beerdigen konnten, denn früher wurden totgeborene Babys zusammen mit anderem anatomisch-pathologischen Material aus dem Krankenhaus eingeäschert. Die Eltern können also nirgendwo hingehen…, es ist nirgendwo begraben… Wir wollten die Gedenkstätte nicht auf einem Friedhofsgelände errichten, sondern haben uns für einen Wallfahrtsort entschieden, der Hoffnungsträger ist, das ganze Jahr über zugänglich und zudem eine eigene, unverwechselbare Atmosphäre hat, wenn der Wind die Sorgen wegweht und einen Blick in die Ferne ermöglicht, der uns den Glauben gibt, trotz der schwierigen Momente, die uns im Leben begegnen, weiterzuleben“.

Maria Loreto, in den Jahren 1664-1689 von den Jesuiten in Altkinsberg (Starý Hrozňatov) erbaut und nach der Grenzöffnung durch Herrn Anton Hart vor dem Verfall gerettet, ist nur in den Sommermonaten für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Organisation liegt in Händen von Frau Alena Kovaříková. Diese bedauert es sehr, dass die Besuchszeiten jetzt eingeschränkt werden mussten: „Maria Loreto ist in diesem Jahr leider nur ab Donnerstag bis Sonntag offen, das heißt nur an vier Tagen in der Woche, und zwar von 10:30 bis 16:00 Uhr. Wir haben in unserer ehrenamtlichen Maria-Loreto-Gruppe nur noch 16 Mitglieder, früher hatte die Gruppe 23 Mitglieder.  – Die Jüngste ist schon 70 Jahr alt.“

Frau Alena Kovaříková selbst konnte vor einigen Tagen ihren 95. Geburtstag feiern. Unter den Gratulanten war auch Antonín Jalovec, der Bürgermeister von Cheb, denn sie ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Stadt, nicht nur durch ihren Einsatz für Maria Loreto.

Als bekennende Christin durfte sie in kommunistischer Zeit nicht als Lehrerin tätig sein. Bei der Niederschlagung des „Prager Frühlings“ im Jahre 1968 wagte sie sogar den öffentlichen Protest gegen die Invasion. Im Jahre 2020 wurde sie in Cheb mit dem Preis für Verdienste um die Entwicklung der Stadt im Bereich der Kultur und für vorbildliches bürgerliches Engagement geehrt.

Günther Juba

 

Foto (Farnost Cheb): Die Skulptur „Kinderseelen“

Foto (Město Cheb): Bürgermeister Antonín Jalovec gratuliert Frau Kovaříková zum 95. Geburtstag