„Deník“ ist mit einer Auflage von mehr als zwei Millionen Exemplaren die meistgelesene tschechische Tageszeitung. Sie verfügt über ein umfangreiches Netz von Journalisten in allen Bezirken unseres Nachbarlandes. In der Region Cheb erscheint sie unter dem Namen „Chebský Deník“ (Egerer Tageszeitung).
Mit großer Begeisterung stellt darin Journalistin Mária Cibová die Waldsassener Basilika und das Kloster ihren Lesern vor:
„Das Kloster Waldsassen ist ein wunderschönes Gebäude. Tausende von Menschen bewundern es jedes Jahr.
Es ist ein Zisterzienserkloster in der bayerischen Stadt Waldsassen. Im Mittelalter gehörte es zum Egerland, und dies bestimmte sein künftiges Schicksal.
Das Kloster befindet sich 12 Kilometer von Cheb entfernt, auf dem Stadtplatz von Waldsassen. Man kann es nicht verfehlen, denn seine Türme sind schon von weitem sichtbar. Die Klosterbasilika Mariä Himmelfahrt und des Heiligen Johannes des Evangelisten hat einen dreischiffigen Grundriss nach dem Schema eines lateinischen Kreuzes, mit zwei Türmen an der Vorderseite und zwei Reihen von Kapellen in den Seitenschiffen. Die Fresken am Gewölbe wurden von dem Prager Maler Jan Jakub Stevens aus Steinfels ausgeführt. Der Hauptaltar mit dem Bild des Kalvarienbergs, die Statuen wurden von Karl Stilp geschmückt. Auf allen Seitenaltären sind die Körper der ersten römischen Märtyrer in Glassärgen ausgestellt, die in den 1760er Jahren aus den römischen Katakomben gebracht wurden. Der Torso einer Holzskulptur des gekreuzigten Christus – er stammt aus der zerstörten Wallfahrtskirche der Geißelung Christi in Svatý Kříž bei Cheb, und wurde 1949 von deutschen Vertriebenen mitgebracht.
Unter Abt Eugen Schmid, der von 1724 bis 1764 regierte, wurde ein neuer Bibliothekssaal mit einer Einrichtung im Rokokostil errichtet. Der Skulpturenschmuck stammt von Karl Stilp, die Fresken von Karl Hofreiter und die Schnitzereien von Andreas Witt. Die Bibliothek umfasst etwa 19.000 Bände, weitere 3.520 wurden nach der Säkularisierung des Klosters mitgenommen und teilweise verkauft. Die Bibliothek wurde im Rahmen der allgemeinen Restaurierung des Klosters im Jahr 2015 restauriert. Eine Besichtigung der Bibliothek ist eines der wichtigsten touristischen Ziele in der Oberpfalz.
Nördlich der Kirche befindet sich das Stiftlandmuseum, in dem religiöse und regionale Relikte aus Waldsassen und der Umgebung ausgestellt sind, die Sie auch besuchen können.
Tausende von Gästen besuchen das Kloster jedes Jahr, nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus der Tschechischen Republik. Während der Touristensaison finden in dem Gebäude Konzerte statt. Das Kloster ist jeden Tag, außer montags und an Feiertagen, von 13 bis 16 Uhr geöffnet.“
Günther Juba
Foto:
Blick auf die Basilika Waldsassen
