Zimmererlehrlinge aus der Tschechischen Republik und aus Deutschland in Cheb

Zimmererlehrlinge aus der Tschechischen Republik und aus Deutschland in Cheb

Die Besuchertrasse durch das unversehrt erhaltene Ensemble an historischen Dächern der Patrizierhäuser auf dem Egerer Marktplatz, sowie das mittelalterliche Speicherhaus mit seiner Ausstellung von Dachstuhlmodellen, gefertigt von dem Parksteiner Zimmermeister Josef Hauer, finden bei Touristen und auch bei Fachleuten großes Interesse. Diese einzigartigen Attraktionen machten die Stadt wiederholt zum Ort von Tagungen der Bauhistoriker und von gemeinsamen Aktionen der Handwerker.

Nun trafen sich Zimmererlehrlinge der Staatlichen Berufsschule Bayreuth und der Mittelschule des Handwerks aus Jaroměř zu einem dreitägigen Workshop. Leiter des Lehrgangs war der Egerer Zimmermeister Petr Růžička, erster Handwerker der mit dem Titel „Träger der Tradition des Volkshandwerks“ ausgezeichnet wurde. Die Lehrlinge wurden mit der Arbeitweise der Zimmerleute vergangener Jahrhunderte vertraut gemacht, vor allem die Holzbearbeitung mit der Axt. Sie lernten einfache und auch schwierige Arbeiten kennen, wie das Längsschneiden oder das Spalten eines Stammes.

Der Bauhistoriker Michal Panáček informierte über die Typologie historischer Dachstühle.

Das Alter der Dachböden der Stadthäuser auf dem Marktplatz konnte nun richtig eingeschätzt werden, und ebenso lernte man die Modelle im Speicherhaus zeitlich richtig einzuordnen.

Die Stadt Cheb beteiligte sich organisatorisch an dem Projekt, durch die Bereitstellung von Fachdozenten und Dolmetschern, die Unterkunft und Verpflegung der Lehrlinge, sowie die Bereitstellung von Arbeitsräumen.

Günther Juba

 

Foto:

Holzbearbeitung mit einfachen Werkzeugen