{"id":9931,"date":"2008-02-15T08:22:12","date_gmt":"2008-02-15T07:22:12","guid":{"rendered":"https:\/\/tic.cheb.cz\/?p=9931"},"modified":"2021-03-24T10:27:35","modified_gmt":"2021-03-24T09:27:35","slug":"eger-im-spiegel-der-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tic.cheb.cz\/de\/eger-im-spiegel-der-zeit\/","title":{"rendered":"Eger im Spiegel der Zeit"},"content":{"rendered":"<p>Dieses Buch versucht Eger im Wandel der letzten 130 Jahren in Bildern festhalten. Der Titel des ber\u00fchmtesten Buches des bekannten Egerer Historikes Karl Siegl aus dem Jahre 1931 spricht von Eger im Wandel der Zeit von 1000 Jahren. Versuchen wir so in seinem Sinne diesen Wandel der ehemals freien Reichsstadt und k\u00f6niglich b\u00f6hmischen Stadt Eger in den wichtigsten, kurzen Abschnitten erfassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u201eWir, Heinrich, durch Gottes Gnaden K\u00f6nig, wollen, da\u00df allen bekannt werde, einem unserer Diener, genannt Otnant, einen Teil des Waldes, n\u00e4mlich\u2026bis zu jenem Wege, der von Eger herabkommt\u2026.zum Eigentume gegeben und \u00fcbertragen haben.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>(Aus der Urkunde K\u00f6nig Heinrichs IV. Vom 13. Februar 1061)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die erste schriftliche Erw\u00e4hnung Egers in der Urkunde K\u00f6nig Heinrichs IV. vom 13. Februar 1061 ist gleichzeitig der \u00e4lteste Beleg der fortschreitenden Kolonisierung der Gebietes um Eger. Im Laufe des 11. Jahrhunderts geriet dieses Grenzgebiet zwischen B\u00f6hmen und dem Reich in die direkte Einflussnahme des bayerischen Nordgaus und man nahm an, da\u00df es w\u00e4hrend der Zeit der Herausbildung der neuen machtpolitischen Strukturen unter der Einflu\u00dfnahme der\u00a0 b\u00f6hmischen wie der deutschen Seite stand. Nach der Vereinigung des Nordgaus durch den Markgrafen Diepold von Vohburg um 1100 folgten die schnelle Kolonisierung des n\u00f6rdlichen Grenzgebietes und die Bildung eines neuen Verwaltungzentrums in Eger.<\/p>\n<p>Im Jahre 1167 gewann Kaiser Friedrich Barbarossa das Egerland und erkannte alsbald dessen Bedeutung als Grenzland f\u00fcr die Ziele seiner kaiserlichen Politik. W\u00e4hrend der hundertj\u00e4hrigen Regierung der Staufer wurde die Kolonisierung des Egerlandes abgeschlossen. Neben mehreren Burgen und befestigten Siedlungen finden wir jetzt \u00fcber 300 D\u00f6rfer. Die wachsende kaiserliche Macht fand ihren Ausdruck im Bau prunkvoller kaiserlicher Residenzen, der sog. Pfalzen, die nun nicht mehr nur Verteidigungsaufgaben erf\u00fcllten, sondern die vor allem die neue Feudalmacht glanzvoll repr\u00e4sentieren sollten. Der eigentliche Beginn der Errichtung der Pfalz von Eger ist nicht genau belegt. Der erste Besuch des Kaisers in Eger im Jahre 1179, als hier ein Reichstag abgehalten wurde, wird auch als erster Impuls f\u00fcr den Bau der romanischen Pfalz angesehen. Ein historischer Vermerk aus dem Jahre 1183, der die Burg als kaiserliche Burg bezeichnet, beweist, da\u00df sich zu dieser Zeit die Pfalz bereits im Bau befand. Die zahlreichen Besuche der Kaisers und der Mitglieder seines Hauses zeigen, da\u00df die Burg von Eger ihre Funktion als ein wichtiges Glied im System der kaiserlichen Pfalzen des 12. Jahrhunderts zu erf\u00fcllen begann.<\/p>\n<p>In einer Urkunde aus dem Jahre 1203\u00a0 ist Eger zum ersten Mal schriftlich als Stadt (civitas) belegt. In die Zeitspanne der Jahre 1203 bis 1215 k\u00f6nnen wir die Ausweitung des dortigen Marktfleckens und die Gr\u00fcndung einer eigenen, neuen Stadt datieren. Nach dem Brand der Stadt im Jahre 1270 begann eine neue Baut\u00e4tigkeit, die die Grundri\u00dfdisposition des \u00a0historischen Stadtkerns so ausgestaltete, wie sie sich in den Grundz\u00fcgen bis auf die heutigen Tage erhalten hat.<\/p>\n<p>Im Jahre 1266 wurde Eger von einem Heer Premysl Otokars II. besetzt, der seine Stellung als Verwalter der Reichsg\u00fcter dazu ausn\u00fctzte, das Gebiet um Eger seinem Territorium einzuverleiben. Die Regierung Premysls war ein Versuch um eine dauernde Beherrschung dieser Region und um die Sicherung der Westgrenze des b\u00f6hmischen K\u00f6nigreiches. Diese Bem\u00fchungen fanden ihre Fortsetzung auch zur Zeit Wenzels II., der dieses Gebiet in den Jahren 1291 \u2013 1304 innehatte, und erreichten ihren H\u00f6hepunkt im Erwerb des Egerlandes als Pfand der b\u00f6hmischen Krone im Jahre 1322.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u201eWir Johans von gotes genaden chunig ze Behem und ze Polan und graffe zu Luzcemburgch\u2026gelobe wir ihnen stett zu behalten alle die rechte, die sie von romischen keysern und romischen chunigen biz her bracht haben und in redlichen von in verlihen sint.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>(Aus der Urkunde Johannes von B\u00f6hmen vom 23. Oktober 1322)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese staatsrechtliche Urkunde des b\u00f6hmischen K\u00f6nigs bildete die Grundlage f\u00fcr eine Sonderstellung des Egerlandes im Rahmen der L\u00e4nder der b\u00f6hmischen Krone und regelte f\u00fcr weitere Zeiten das Verh\u00e4ltnis der Stadt Eger zu B\u00f6hmen. Der Anschlu\u00df des Egerlandes an das K\u00f6nigreich B\u00f6hmen erwies sich f\u00fcr die Stadt selbst als \u00e4u\u00dferst segensreich. Nach dem Jahre 1322 wurde der Untergang der Egerer Ministerialit\u00e4t vollendet und die Stadt Eger begann mit der Beherrschung der ganzen umliegenden Region. Die wirtschaftliche Macht der Stadt bildeten Eink\u00fcnfte aus ihrer Handels- und Handwerkst\u00e4tigkeit, deren Sicherung und Aufw\u00e4rtsentwicklung nur unter dem starken Schutz des Herrschers m\u00f6glich war. Nach dem Regierungsantritt Karls IV. erfolgt bei der allgemeinen Straffung der staatsrechtlichen Bande der b\u00f6hmischen L\u00e4nder auch eine festere Einbeziehung des Egerlandes als eines unver\u00e4u\u00dferlichen Gebietes.<\/p>\n<p>Die dominierende Stellung der Stadt Eger im ganzen Egerland am Beginn des 15. Jahrhunderts hatte ihre wirtschaftliche und milit\u00e4rische Machtbasis. Die Stadt geh\u00f6rte damals mit ihren 7.300 Einwohnern zu den gr\u00f6\u00dften und reichsten St\u00e4dten der b\u00f6hmischen Krone, die Innenstadt z\u00e4hlte etwa 400, die Vorst\u00e4dte allein gegen 200 H\u00e4user. Die Egerer B\u00fcrger unterhielten eine eigene Bereitschaftstruppe, die aus angeheuerten S\u00f6ldnern bestand und durch Zunfabteilungen erg\u00e4nzt wurde.<\/p>\n<p>Im Kampf des katolischen Lagers gegen das hussitische B\u00f6hmen beteiligte sich die katholische Stadt Eger aktiv an der Seite der antihussitischen Koalition. Sie entsandte ihre Bereitschaftstruppe<\/p>\n<p>zu verschiedenen Kampfpl\u00e4tzen w\u00e4hrend der ganzen Zeit der Hussitenkriege und nahm an allen Kreuzz\u00fcgen gegen die Hussiten teil. Im Juni 1430 geriet die Stadt Eger in gro\u00dfe Gefahr, als die Hussiten auf ihrem Weg von N\u00fcrnberg nach B\u00f6hmen Eger passierten. Sie brannten einen Teil der Stadtmauern in der Obertorvorstadt nieder, konnten aber nach l\u00e4ngeren Verhandlungen durch Zahlung einer gro\u00dfen Geldsumme zum Abzug bewegt werden.<\/p>\n<p>Am Ende der zwanziger Jahre 15. Jahrhunderts kommt es zu den ersten Verhandlungen zwischen den Hussiten und der katholischen Seite. Eger wird damals die wichtige Rolle eines Vermittlers zugeschrieben. Im Mai 1432 trafen hier die Vertreter der Hussiten mit einer Deputation des Konzils zusammen, um Bedingungen f\u00fcr eine Anh\u00f6rung der Hussiten in Basel auszuhandeln. Nach schwierigen Verhandlungen wurde\u00a0 ein Abkommen in elf Punkten gebilligt, die der Hussitischen Partei freie Anh\u00f6rung zugestanden hatten.<\/p>\n<p>In der 2. H\u00e4lfte des 15. Jahrhunderts finden wir Eger als eine interessante Stadt der F\u00fcrstentage, der gro\u00dfartigen Feste und diplomatischen Verhandlungen. Die Ursache lag nicht nur in den relativ geordneten Verh\u00e4ltnissen im K\u00f6nigreich B\u00f6hmen w\u00e4hrend der Regierung Georgs von Podiebrad, sondern auch in einer rationellen und bewundernswerten Einstellung der Egerer zum b\u00f6hmischen Staat und zu dessen Herrscher. Diese wechselseitig positive und nutzbringende Beziehung, bei der Georg an der Westgrenze einen verl\u00e4\u00dflichen Partner und die Stadt wiederum einen Schirmherr gewann, der ihr weitere wirtschaftliche Prosperit\u00e4t garantierte, dauerte volle drei Jahrzehnte. Georg von Podiebrad besuchte als b\u00f6hmischer K\u00f6nig insgesamt viermal die Stadt und seine Besuche standen stets in Verbindung mit politischen Verhandlungen. Angesichts der vorteilhaften geographischen Lage der an der Grenze zweier Machtbl\u00f6cke gelegenen Stadt trat bald die neue Rolle Egers als Friedensvermittler und wichtiger Begegnungsort zur L\u00f6sung von Streitfragen durch Verhandlungen zutage.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u201eDie statt hat auch ihre gewaltige und reiche getreidtsb\u00f6den, darauf allerley getreydts hauffen ligen. Sie hat auch ein r\u00fcstkammer oder Zeughaus und das mit allerlei wehren gschos kreigsinstrumenten und r\u00fcstungen dermassen staffiert, daz so du es sehest, w\u00fcrdestu warlich nicht minder denn ich loben..\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>(Caspar Bruschius: Von der statt Eger, 1542)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die in der Mitte des 16. Jahrhunderts in der Chronik als anmutiger Renaissanceort beschriebene,<\/p>\n<p>in einem bezaubernden Tal gelegene, mit dreifacher Stadtmauer \u00a0umzogene, mit vielen M\u00fchlen, 442 H\u00e4user, 10 Kirchen und Kapellen, 50 Brunnen, 3 Haupt- und 3 Nebentoren ausgestattete Stadt Eger, ber\u00fchmt durch ihren in viele L\u00e4nder ausgef\u00fchrten Met, war nur scheinbar so beschaulich.<\/p>\n<p>Bauernkriege und Reformationsideen zeugten auch hier von den aufkommenden sozialen und religi\u00f6sen Spannungen. In der n\u00e4chsten Umgebung Egers setzte sich bereits in den vierziger Jahren voll die evangelische Lehre durch. Die Einf\u00fchrung der Reformation trug nachhaltig zur Entfaltung des kulturellen Lebens der Stadt bei. Zunftbr\u00e4uche und Feste, von denen das bekannte Fahnenschwingen bis zum Beginn unseres Jahrhunderts fortdauerte, S\u00e4ngerwettbewerbe der Zunftmeister, weltliche Dramen und volkst\u00fcmliche Possen der Sch\u00fcler der Egerer Lateinschule bereicherten allm\u00e4hlich in bisher ungeahntem Ausma\u00df das Leben der Stadt. Das Gymnasium in Eger, das unter die Oberaufsicht des protestantischen Stadtrates gelangt war, wurde zum Mittelpunkt humanistischer Bildung und Erziehung. Kantor dieser Schule war auch der ber\u00fchmte Dramatiker Clemens Stephani. Der Egerer Drucker H. Burger brachte eine Reihe von wissenschaftlichen Werken heraus, die das Interesse der damaligen Bildungsschicht hervorrief. Der Egerer Arzt G. Zechendorffer f\u00fchrte in den siebziger Jahren die erste Obduktion durch und in Frankfurt erschien im Druck sein chirurgisches Handbuch,<\/p>\n<p>zu gleicher Zeit verfa\u00dfte in Eger J. Avenarius sein ber\u00fchmtes hebr\u00e4isches Lexikon. Eine Reihe von Egerer B\u00fcrgern besuchte bekannte europ\u00e4ische Universit\u00e4ten, und so \u00fcberrascht es nicht, da\u00df die erhaltenen Egerer Chroniken von P. Engelhart, Ch. Sch\u00f6nstetter und A. Bayer das regional \u00fcbliche Niveau deutlich \u00fcberschreiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u201eEin Stein k\u00f6nnte sich erbarmen was wir schon alles erlitten und ausgestanden haben, ein Drittel der Stadt ist abgebrannt, nur Tr\u00fcmmer sind vorhanden\u2026 Was B\u00fcrger und Bauer am Leibe tragen, ist ihr einzig Hab und Gut. Um den heiligen, bluttriesenden f\u00fcnf Wunden Christi willen, bitten wir Euere Majest\u00e4t, uns von weiteren Gr\u00e4ulen zu verschonen.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>(Aus dem Schreiben der Egerer vom 5. Dezember 1640 an Kaiser Ferdinand III.)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die strategisch wichtige Lage Egers als Einfallstor nach B\u00f6hmen machte die Stadt im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg zu einer vorteilhaften Operationsbasis f\u00fcr beide Kampfparteien, die einander in der Eroberung der Stadt, in der Pl\u00fcnderung der Umgebung, in der Einhebung von Kontributionen und in der Beschlagnahme der Vorr\u00e4te fast regelm\u00e4\u00dfig abwechselten. Im Jahre 1631 wurde Eger von s\u00e4chsischen Truppen erobert, ein Jahr sp\u00e4ter gewann Albrecht von Wallenstein die Stadt zur\u00fcck, die im Jahre 1647 wieder von Schweden besetzt wurde. Im Jahre 1625 erschien Albrecht von Wallenstein pers\u00f6nlich zum ersten Mal von Eger und sein Name sollte f\u00fcr immer mit der Stadt verbunden bleiben. Sein ersten Aufenthalt hier hatte auch die erste gro\u00dfe Verelendung der Stadt und ihrer Umgebung zur Folge. Eger hatte sich noch nicht von den angerichteten Sch\u00e4den erholt, da wurde es schon von der unerbittlichen Rekatholisierungspolitik der Habsburger betroffen.<\/p>\n<p>Im Februar 1634 kam Wallenstein nach Eger zum f\u00fcnften und letzten Mal. Er war bereits schon als Oberkommandierender abgesetzt, hoffte jedoch, aus dem befestigten Eger heraus verhandeln zu k\u00f6nnen. In Wirklichkeit hatten ihn bereits seine Obristen verraten. Am 25. Februar 1634 wurden vom Stadtkommandanten Gordon Wallensteins getreue Offiziere Illov, Trczka, Kinsky und der Sekret\u00e4r Neumann zu einem Gastmahl auf die Burg eingeladen und dort unbarmherzig niedergemetzelt. Eine Gruppe von Soldaten drang dann in das Haus auf dem Marktplatz ein, wo Rittmeister Deveroux kaltbl\u00fctig Wallenstein mit einer Hellebarde durchbohrte.<\/p>\n<p>Wallensteins Tod \u00e4nderte die Situation der Stadt keineswegs und der fortschreitende Krieg brachte sie an den Rand des Abgrunds. Ein Drittel der H\u00e4user und alle Vorst\u00e4dte wurden verw\u00fcstet, viele Handwerker und Kaufleute emigrierten, Eger war eine ver\u00f6dete, verwahrloste Stadt.<\/p>\n<p>Die zweimalige Besetzung Egers im Laufe des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges machte die Veralterung und Unwirksamkeit der Stadtbefestigungen deutlich. Die wichtige Lage der Stadt an der Westgrenze B\u00f6hmens war daher entscheidend, da\u00df Ferdinad III. im Juli 1652 ein Dekret \u00fcber den Umbau Egers zu einer Milit\u00e4rfestung unterzeichnete. Bereits im ausgehenden 17. Jahrhundert war Eger offiziell Grenzfestung. Die ganze Stadt umgab ein System zweier barocker Gr\u00e4ben mit sieben gro\u00dfen Bastionen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u201eDie Statt Eger ist durchaus uber die massen sch\u00f6n, innerhalb mit pr\u00e4chtigen H\u00e4usern, und h\u00f6fflichen leutseligen und tugenliebenden Inwohnern geziert. Ausserhalb aber mit den allerlustigsten und fruchtbarsten G\u00e4rten und Feldern und Fischreichen Wassern versehen.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>(Aus Beschreibung der gantzen Welt, Amsterdam 1651)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die allm\u00e4hliche Besserung der wirtschaftlichen Situation in der zweiten H\u00e4lfte des<\/p>\n<ol start=\"17\">\n<li>Jahrhunderts fand ihren Niederschlag in einer intensiven Baut\u00e4tigkeit und Gesamtbelebung der Stadt. Einen bedeutenden Beitrag Egers zur barocken Kunstproduktion stellten die Arbeiten der ortsans\u00e4ssigen Tischler und Schnitzer dar. Die bei der M\u00f6belverzierung angewandten plastischen farbigen Intarsien sind bis heute unter der Bezeichnung \u201eEgerer Reliefintarsien\u201c bekannt und in den Best\u00e4nden der gr\u00f6\u00dften Museen vertreten. Die Tischler und Schnitzer Adam Eck, Hans Georg Fischer und Karl Haberstumpf sind Hersteller vieler Schmuckk\u00e4stchen, Sekret\u00e4re und Schr\u00e4nkchen, die der Stadtrat als repr\u00e4sentative Geschenke f\u00fcr bedeutende Pers\u00f6nlichkeiten und prominente Besucher Egers anfertigen lie\u00df.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts begann sich Eger wieder wirtschaftlich und kulturell zu erholen, aber seine ehemalige Bedeutung erlangte es nicht mehr. Im Jahre 1721 traten in Eger zum letzten Mal die politischen Repr\u00e4sentanten des Egerlandes zusammen, um die Pragmatische Sanktion zu billigen, mit der Karl VI. die Unteilbarkeit der habsburgischen L\u00e4nder sicherstellen wollte. Der Egerer Landtag, der aus f\u00fchrenden Pers\u00f6nlichkeiten der Stadt, des Adels und der Kirche bestand und das Egerland bei den Verhandlungen mit dem b\u00f6hmischen K\u00f6nig als Besitzer eines Pfandgebietes vertrat, vollzog so seinen letzten selbst\u00e4ndigen Staatsakt. Schon 1723 erfuhr die Stadt, da\u00df das Egerland als verfallenes Pfand f\u00fcr einen Teil der b\u00f6hmischen Krone gehalten und Eger auch formal zu einer freien b\u00f6hmischen K\u00f6nigsstadt gemacht werde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u201eJederzeit, mein Theuerster, wenn die Jahreszeit herannaht, die ich sonst so vergn\u00fcglich und n\u00fctzlich in B\u00f6hmen zubrachte, f\u00fchl ich eine m\u00e4chtige Sehnsucht dorthin und vor allem wird der Wunsch lebhaft Ew:Wohlgeb, zuerst beym Eintritt zu begr\u00fcssen.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>(J. W. Goethe an Rat Gr\u00fcner im Jahre 1828)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In die Zeit der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert f\u00e4llt auch eine wichtige Phase des Aufbaus der Stadt Franzensbad, die bis 1851 zum Magistrat der Stadt Eger geh\u00f6rte. Die Franzensbader Quellen, urspr\u00fcnglich als Egerer Sauerbrunnen bezeichnet, wurden schon seit dem 16. Jahrhundert als Heilquellen zur Behandlung benutzt. Das Mineralwasser lieferte man an die Kurg\u00e4ste, die sich damals in Eger aufhielten. Im Jahre 1791 begann man mit dem Aufbau eines Kurortes nach dem Entwurf von T. Gruber.<\/p>\n<p>Der schnelle Aufschwung des Kurorts, der seit 1807 offiziell Franzensbad genannt wurde, trug auch zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung Egers bei. Der Ruhm Franzensbads zog viele bedeutende Pers\u00f6nlichkeiten der europ\u00e4ischen und b\u00f6hmischen Kultur und Wissenschaft nach Eger, wodurch das Leben der Stadt aus der f\u00fcr eine Provinz so typischen Lethargie gerissen wurde.<\/p>\n<p>Insbesondere die regelm\u00e4\u00dfigen Aufenthalte J. W. Goethes und seine Freundschaft mit Magistratsrat J. S. Gr\u00fcner f\u00fchrten zu einer dauerhaften Beziehung des Dichters zu dieser Region. Gemeinsame Forschungsinteressen der beiden schufen die Grundlagen f\u00fcr ein tieferes Studium der Geschichte, der Volkskunde und der geologischen Besonderheiten des Egerlandes. In Eger lernte Goethe Karl Huss, den Chronisten, Sammler und zugleich den letzten Egerer Scharfrichter, und den Grafen Kaspar Sternberg, den Gr\u00fcnder des Prager Nationalmuseums, kennen. Komponist J. V. Tomaschek spielte hier dem Dichter seine vertonten Gedichte vor.<\/p>\n<p>Den Eintritt Egers ins 19. Jahrhundert kennzeichneten zwei Ereignisse, die die Gestalt der Stadt in gro\u00dfem Ma\u00dfe ver\u00e4nderten \u2013 der Brand und die Aufl\u00f6sung der Festung. Der gro\u00dfe Brand von 1809 ergriff den ganzen Nordteil der Stadt und besch\u00e4digte gr\u00f6\u00dfere mittelalterliche Bauten, die nie wieder aufgerichtet wurden. Die St. Johanneskirche am Johannesplatz, die alte Synagoge im nahe liegenden Ghetto und die Karnerkapelle am Kirchenplatz verschwanden so f\u00fcr immer aus dem Grundri\u00df der Stadt. Schwer bertoffen war auch die Pfarrkirche. Einer der verbrannten barocken Turmhelme wurde durch ein neues neugotisches Dach mit vier Eckt\u00fcrmchen ersetzt, der andere blieb bis 1864 nur mit einer provisorischen \u00dcberdachung versehen. Die Silhouette der unvollendeten T\u00fcrme der St. Nikolaskirche erinnerte noch 50 Jahre lang an den verw\u00fcstenden Brand. In das Bild der verfallenden mittelalterlichen Stadt pa\u00dfte auch die Burg, die niemand mehr pflegte. Der Burghof wurde mit Schutt der abgetragenen Festung aufgef\u00fcllt, das Burgpalais wurde zu einer Ruine.<\/p>\n<p>Die Aufl\u00f6sung der Egerer Festung und die Erkl\u00e4rung Egers zu einer offenen Stadt bedeutete einen symbolischen Entritt in die neue, rationale Zeit, die sich auf einen wirtschaftlichen Fortschritt richtete. In dieser Phase wurde aber oft viel Altes, ohne R\u00fccksicht auf dessen kulturgeschichtlichen Wert, vernichtet. Im Laufe von einigen Jahrzehnten verschwanden mehr als 50 Festungst\u00fcrme, man ri\u00df Stadttore ab, und es kam zu unsensiblen Umbauten historischer Geb\u00e4ude. Eine n\u00fcchterne Art des amtlichen Empires, den ein neugebautes Gymnasium (1829) und eine Kaserne (1839) darstellten, gab auch den Fassaden vieler B\u00fcrgerh\u00e4user ein neues Gepr\u00e4ge.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u201eDer Bahnhof in Eger bildet einen stattlichen Complex von Geb\u00e4uden, einen Stadttheil f\u00fcr sich. Wir wollen hoffen, dass die Unternehmungslust den Raum den Raum zwischen der Stadt und dem Bahnhofe mit Geb\u00e4uden recht bald ausf\u00fcllt.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>(Egerer Jahrbuch, 1872)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine wesentliche Bedeutung f\u00fcr den Aufschwung oder Verfall einzelner Regionen hatte die Bindung an das entstehende Eisenbahnnetz. Im Jahre 1865 wurde eine Verkehrsverbindung zwischen Eger und Hof \u00fcber Asch gebaut, und aus Waldsassen kamen die ersten Z\u00fcge der Bayerischen Bahn nach Eger. Im Jahre 1871 wurde Eger mit Komotau und Pilsen verbunden, die Bahnstrecke nach Schirnding wurde 1882 gelegt. Die wirtschaftliche Bedeutung und die Gr\u00f6\u00dfe des Egerer Bahnhofs sind einigen Angaben aus den 1870-er Jahren zu entnehmen. Der Bahnhof hatte elf Hauptgleise, 131 Weichen, f\u00fcnf Drehscheiben und zwei Rangiergleise. T\u00e4glich verkehrten hier rund 100 G\u00fcter- und Personenz\u00fcge, und j\u00e4hrlich wurden fast eine Million Fahrg\u00e4ste bef\u00f6rdert. Eger wurde zu einem Bahnknoten, \u00fcber den der gesamte Au\u00dfenhandel auf der Strecke Berlin-Eger-M\u00fcnchen abgewickelt wurde. Die Stadt Eger festigte dadurch auch wirtschaftlich ihre Stellung als nat\u00fcrlicher Mittelpunkt der gesamten Region.<\/p>\n<p>Als 1865 ein neuer Bahnhof gebaut wurde, bekam die Stadt, deren Grundri\u00df bis zu dieser Zeit immer noch von den Stadtmauern aus dem 13. Jahrhundert bestimmt wurde, ein neues Stadttor. Bald darauf entfaltete sich eine rege Baut\u00e4tigkeit, und eine kilometerlange L\u00fccke zwischen dem historischen Stadtkern und dem Bahnhof begann sich zu f\u00fcllen. Der abgeschossene Marktplatz \u00f6ffnete sich durch den Abri\u00df zweier H\u00e4user an seinem oberen Teil, und durch die Einebnung der H\u00f6henunterschiede zwischen dem Graben an der Stadtmauer (in der heutigen Schlickgasse) und der Au\u00dfenbefestigung entstand die neue Bahnhofstra\u00dfe. Die meisten auf diesem Gel\u00e4nde verstreut stehenden H\u00e4user wurden zugesch\u00fcttet, der Rest abgetragen, und in kurzer Zeit begannen hier neue H\u00e4user zu entstehen.<\/p>\n<p>Wo fr\u00fcher die urspr\u00fcnglichen Burggr\u00e4ben und die Au\u00dfenbefestigung waren, entstanden drei neue, gleichf\u00f6rmige Ringstra\u00dfen. Die hier errichteten Geb\u00e4ude, die evangelische Kirche (1871), das zentrale Schulgeb\u00e4ude des Rudolfinum (1874) und das Theater (1874) deuteten bereits das zuk\u00fcnftigen Bild einer Stadt des 20. Jahrhunderts an.<\/p>\n<p>Gleichzeitig mit der Stadtumgestaltung in der 2. H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich auch Kultur und gesellschaftliches Leben. Mit dem Bau des Theaters bekam Eger ein st\u00e4ndiges Ensemble, auch zahlreiche Ch\u00f6re und Vereine entwickelten ihre Aktivit\u00e4ten. Auf Ansto\u00df G. Schmids wurde im Jahre 1873 in Eger eines der ersten regionalmuseen B\u00f6hmens gegr\u00fcndet, und H. Gradl und K. Siegl waren die ersten wissenschaftlichen Geschichtsforscher. In den 80-er Jahren gr\u00fcndete der erste selbst\u00e4ndige Schriftsteller Alois John die literarische Gesellschaft und sp\u00e4ter Verein und Zeitschrift \u201eUnser Egerland\u201c, in denen sich die gesamte heimatkundliche T\u00e4tigkeit der Region konzentrierte.<\/p>\n<p>Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Eger au\u00dfer den reichen Kaufleuten und dem Kapital auch die wichtige Maschinenindustrie (1863 wurde Fischers Maschinenfabrik errichtet, die zu den bedeutendsten Herstellern landwirtschaftlicher Maschinen geh\u00f6rte, 1891 gr\u00fcndete eine englische Firma die bekannte Fabrik Premier, die Rad- und Motorr\u00e4der produzierte, und letztlich gr\u00fcndete 1911 eine holl\u00e4ndische Gesellschaft die Fabrik Eska, die ebenfalls Fahrr\u00e4der herstellte), die Lebensmittelindustrie und einige gr\u00f6\u00dfere Textilfabriken und Bauunternehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u201eM\u00f6ge der Allm\u00e4chtige dem Unternehmen seinen reichsten Schutz gew\u00e4hren, das Geb\u00e4ude zur Zierde der Stadt erstehen lassen, und lange Jahre zum Wohle und Heile unserer Stadt erhalten!\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>(Aus der Urkunde im Grundstein des Schulgeb\u00e4udes Rudolfinum, 1874)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch ein nur kurzer R\u00fcckblick in die Geschichte der Stadt Eger in den vergangenen hundert Jahren belegt vor allem die Tragik und die Absurdit\u00e4t des Lebens im 20. Jahrhundert. Es ist mehr als eine traurige Feststellung, da\u00df wir das Bild einer ruhigen und ungest\u00f6rten Entwicklung dieser Stadt nur in den ersten und in den letzten zehn Jahren dieses Jahrhunderts gewinnen.<\/p>\n<p>Die schnelle Entwicklung der Stadt unter der segensreichen F\u00fchrung des B\u00fcrgermeisters<\/p>\n<p>Dr. Gustav Gschier in den Jahren 1892 \u2013 1912 ist so ein optimistischer Auftakt f\u00fcr den Eintritt der Stadt Eger in die neue Zeit. Durch intensive Baut\u00e4tigkeit entstand im Laufe von zwanzig Jahren ein neues, modernes Stadtbild, welches den historischen Stadtkern um bedeutende Bauten bereicherte. Diese geh\u00f6ren, sofern sie die folgenden 90 Jahren \u00fcberlebten, bis heute zu dem charakteristischen Bild der Stadt Eger.<\/p>\n<p>In den Jahren 1891 \u2013 1892 wurde nach den Pl\u00e4nen des Baumeisters J. Thurner neben dem Stadtpark die neue Obertorschule (vergr\u00f6\u00dfert 1899 und 1901) erbaut, ihr folgten die Neubauten der Schulen in der Schmerlingstra\u00dfe (1902 \u2013 1904) und beim Schillerpark (1909 \u2013 1910). Das hier stehende alte Stadtkrankenhaus wurde in dieser Zeit zur Fortschule umgebaut, denn am westlichen Stadtrand errichtete man nach den Pl\u00e4nen des Stadtbaurates Pascher den neuen Geb\u00e4udekomplex des Allgemeinen Krankenhauses. Durch die Erbauung des neuen st\u00e4dtischen Schlachthofes (1894) und des Elektrizit\u00e4tswerkes (1910) entstand in der Schifftorvorstadt ein Gewerbegebiet. Der Ausbau der Kanalisation und der Wasserleitung (1911 \u2013 1912), die Anlage des neuen Friedhofes und die Umwandlung des alten Friedhofes in einen Stadtpark \u2013 das alles bildtete die notwendige Infrastruktur f\u00fcr die weitere Entwicklung der Stadt.<\/p>\n<p>In den Jahren 1898 \u2013 1899 erbaute die reiche Handels- und Gewerbekammer an der Ecke der Schulgasse und der Opitzstrasse nach den Pl\u00e4nen von G. Wiedermann im Stil der Neorenaissance ein repr\u00e4sentatives Verwaltungsgeb\u00e4ude. \u00c4hnlich prunkvolle Bauten entstanden f\u00fcr den Spar- und Vorschussverein in der Wallensteinstrasse (1898 \u2013 1899) und f\u00fcr die Eskomptenbank (1899 \u2013 1900)<\/p>\n<p>an der Ecke der Schnaz- und Bahnhofstra\u00dfe. Barocke Form mit Jugendstildekoration kombinierte der Neubau des Strafgerichtes und des Gef\u00e4ngnisses in der Ritter-von-Forster-Stra\u00dfe; damit sollte der amtliche Repres\u00e4ntationsanspruch vermittelt werden. Das Bild der amtlichen Bauten erg\u00e4nzten die herrschaftsbetonten historistischen Fassaden der Landwehrkasernen (1890) oberhalb des Stadtparkes und \u2013 in einer anderen Form\u00a0 &#8211; die 1914 beendete Infanteriekaserne vor dem Schifftor.<\/p>\n<p>Die im Jahre 1911 an der Ecke der Gschier- und Ringstrasse feierlich er\u00f6ffnete Stadtbibliothek zeigte eine ganz andere Architektur-Note. Dieser elegante Jugendstilbau, erbaut vom Egerer Baumeister F. Kraus nach den Pl\u00e4nen des Teplitzer Architekten von Loose, entstand aus dem Stiftungsverm\u00f6gen des verstorbenen Egerer Maschinenbaufabrikanten Dominik Kreuzinger. Ein gro\u00dfer Vortragsraum f\u00fcr 300 Personen machte die Bibliothek bald zu einem neuen kulturellen Zentrum der Stadt. In den Jahren 1908, 1909 und 1911 wurden auch die historischen Wallensteinfestspiele veranstaltet, die Tausende Besucher nach Eger brachten und am Anfang einer neuen Tradition in der Pr\u00e4sentation der eigenen Geschichte der Stadt standen.<\/p>\n<p>Gerade in dieser Zeit des Suchens und des Gestaltens eines neuen inneren und \u00e4u\u00dferen Stadtbildes wurden, fast gleichzeitig, zwei Bauvorhaben abgeschlossen, die f\u00fcr die Stadt Eger zu einer mehr als zuf\u00e4lligen, schicksalhaften Metapher f\u00fcr den Eintritt in das neue Jahrhundert wurden. Im Mai 1899 wurde feierlich die neue, moderne Egerbr\u00fccke als Symbol der Offenheit gegen\u00fcber der neuen Welt fertig gestellt. Kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges hat man im August 1913 auf einem k\u00fcnstlich aufgesch\u00fctteten H\u00fcgel \u00fcber der Stadt feierlich das Jahn-Denkmal als Symbol des entschlossenen und verewigten Deutschtums der Egerer enth\u00fcllt.<\/p>\n<p>Zwei Detonationen des Jahres 1945 gaben diesen Symbolen eine neue Bedeutung. Im April des Jahres 1945 sprengten die deutschen Egerer aus Angst vor der kommenden amerikanischen Armee die Egerbr\u00fccke in die Luft, im Oktober entfernten die tschechischen Egerer die drei zwei Meter hohen, bedrohlichen deutschen Adler f\u00fcr immer aus dem Ged\u00e4chtnis der Stadt.<\/p>\n<p>Die beiden Weltkriege und deren Folgen hinterlie\u00dfen dauerhafte Spuren im Leben der Stadt und deren Bev\u00f6lkerung. Der geschichtiliche Einschnitt, der die Egerer Vision gegen B\u00f6hmen durch Losl\u00f6sung von den b\u00f6hmischen L\u00e4ndern und die Vertreibung des tschechischen Staates entschied, bekam seine Fortsetzung in dem Einschnitt des Jahres 1945, der das Egerer Problem gegen die Deutschen mit der Vertreibung aus Eger.<\/p>\n<p>Das letzte Jahrzehnt dieses Jahrhunderts gab wieder Hoffnung auf eine ruhige und ungest\u00f6rte Entwicklung. Bei der feierlichen Grundsteinlegung f\u00fcr das neue Schulgeb\u00e4ude Rudolfinum am<\/p>\n<ol start=\"18\">\n<li>August 1874 wurde in den grundstein eine Pergamenturkunde als Botschaft f\u00fcr die Nachkommenden eingelegt. In dieser Botschaft stand der Wunsch, da\u00df diese Schule f\u00fcr viele Jahre unter dem Schutz des Allm\u00e4chtigsten zur Zierde und zu einem Symbol der Bildungsstadt werde. Im Jahre 1999, 125 Jahren sp\u00e4ter, wurde auch dieses Geb\u00e4ude abgerissen. Hoffen wir, da\u00df es die letzte Zerst\u00f6rung in Eger nicht nur in diesem absurden 20. Jahrhundert ist.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Verantwortlich:\u00a0<a href=\"https:\/\/tic.cheb.cz\/de\/ueber-die-stadt-eger\/fussgaengerzone\/\">Tourist-Information<\/a><br \/>\nEntstanden\u00a0\/\u00a0aktualisiert: 15.2.2008\u00a0\/\u00a015.2.2008<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Buch versucht Eger im Wandel der letzten 130 Jahren in Bildern festhalten. Der Titel des ber\u00fchmtesten Buches des bekannten Egerer Historikes Karl Siegl aus dem Jahre 1931 spricht von Eger im Wandel der Zeit von 1000 Jahren. 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